Deutschland - der CoronaCross

Über dem "Wachterl" mit Blick auf das Blaueis am Hochkalter (Etappe 11)

 

 


Samstag 27. Juni bis Freitag 10. Juli 2020


NEU Auf den Spuren von Bayernkönig Max II. von der Zugspitze über die Deutschen Alpen zum Watzmann

Der Berg ruft. >> Gache <<, steile Auffahrten wechseln mit majestätischen Ausblicken von den Gipfelhöhen, >> buddawoache <<, butterweiche Waldbahnen mit >> haxnhardden <<, beinharten Trails am Saum der Felsköpfe. Der CoronaCross ist nicht die kürzeste Verbindung zwischen Forggen- und Königssee, zwischen Füssen und Berchtesgaden, aber vielleicht der abwechslungs- und mit Sicherheit der aussichtsreichste für Mountainbiker.


12 Tourentage mit insgesamt 610 Kilometern und 21 400 Höhenmetern


Gebirgscross mit Begleitfahrzeug und Gepäcktransport


Anreise privat nach Füssen am Forggensee, Möglichkeit der Anreise und Rückreise ab/bis München-Hohenbrunn mit dem Serac Joe-Bus inklusive Radtransport


Übernachtungen in Gasthöfen und Hotels


Serac Joe Level 3 bis 4

Kondition          
Fahrtechnik          

 

 

 

Kondition - eine sehr gute Grundausdauer ist erforderlich. Richtlinie: etwa 400 Hm in der Stunde auch über einen längeren Zeitraum hinweg
Fahrtechnik - eine sichere Fahrtechnik auf steinigen Wegen ist erforderlich: mittel bis schwer


Leistungen Organisation, Buchung der Unterkünfte, Rücktransfer von Berchtesgaden nach Füssen, Führung, Betreuung und Begleitfahrzeug mit Gepäcktransport
Preis 975,00.- Euro

Die Kosten für die Übernachtungen und Verpflegung (Halbpension etwa 70.- Euro pro Tag) müssen gesondert getragen und vor Ort bezahlt werden. Die Gesamtkosten (13 Übernachtungen, Halbpension, 12 Tourentage) betragen etwa 1900,00.- Euro.

Es besteht die Möglichkeit der Anreise und Rückreise ab/bis München-Hohenbrunn mit dem Serac Joe-Bus inklusive Radtransport. Bitte geben Sie bei der Buchung an, ob Sie mit dem Serac Joe-Bus mitfahren möchten.

GPS Die GPS-Tracks vom CoronaCross sind nicht erhältlich. 


"Wer meint den CoronaCross über die Deutschen Alpen einfach abhaken zu können, hat sich gewaltig geschnitten, wird bereits am ersten Tag beim Abstieg vom Brunnenkopf eines Besseren belehrt und schmeißt spätestens am zehnten Tag während der Bergfahrt durch die Rossgasse zum Rauschberg sein Bike in den Graben..."

Achim Zahn alias Serac Joe

Programm: Von Füssen nach Berchtesgaden

Landkarte - Über die Deutschen Alpen


Samstag, 27. Juni: Anreise
privat nach Füssen (Bahnhof). Es besteht eine Mitfahrgelegenheit im Serac Joe Bus ab München-Hohenbrunn (Abfahrt gegen 15.00 UHR). Übernachtung in Gasthof.


Sonntag: Erste Etappe nach Unterammergau - Über das Ammergebirge
Füssen am Forggensee (780 m) > Hohenschwangau > Kenzenhütte (1300 m)> Bäckenalmsattel (1536 m) > Schloss Linderhof (940 m) > Brunnenkopfhaus (1604 m) > Unterammergau (830 m), Übernachtung in Gasthof

Highlights - der Lechfall, Schloss Neuschwanstein und das Brunnenkopfhaus
72 km + 1750 Hm bergauf / 1650 Hm bergab - etwa 30 min. Schieben bergauf und je nach Fahrkönnen bis zu 45 min. Schieben bergab, einfachere Varianten möglich


Montag: Zweite Etappe nach Garmisch Partenkirchen - Über Pürschling und Ziegspitz
Unterammergau (830 m) > Pürschlinghaus (1542 m) > Oberammergau (830 m) > Graswang > Stepbergalm (1583 m) > Garmisch Partenkirchen (700 m), Übernachtung in Gasthof

Highlights - Das Pürschling-Panorama und der Alpensteig-Trail
45 km + 1850 Hm bergauf / 2000 Hm bergab - etwa  15 min. Schieben bergauf, einfachere Varianten möglich


Dienstag: Dritte Etappe nach Mittenwald - Im Wetterstein
Garmisch Partenkirchen (700 m) > Reintalangerhütte (1366 m) > Partnachklamm (800 m) > Königshaus Schachen (1856 m) > Ferchensee > Lautersee  > Mittenwald (912 m) > Wallgau (865 m, die Heimat von Magdalena Neuner), Übernachtung in Gasthof

Highlights - das Reintal mit blauen Gumpen und feinem Trail-Parcours am Fuß der Zugspitze, grandiose Bergfahrt zum Schachen mit Traumblicken auf Zug- und Alpspitze und das Bad im Ferchensee
72 km + 2000 Hm bergauf / 1850 Hm bergab - keine Schiebepassagen


Mittwoch: Vierte Etappe zum Jäger von Fall am Sylvenstein - Im Karwendel über das Soiernhaus und durch die Isar
Wallgau (865 m) > Fischbachalm (1400 m) > Soiernhaus (1600 m) > Isar (800 m) > Galgenwurfköpfl (1143 m) > Rißsattel (1217 m) > Isargries (770 m) > Fall am Sylvensteinsee (770 m), Übernachtung im Hotel beim Jäger von Fall

Highlights - der Soiernsee, das Fischbachtal, der Kanapee-Trail und weglos im Isargries
53 km + 1750 Hm bergauf / 1850 Hm bergab - etwa 40 min. Fußmarsch zum Soiernhaus und 30 min. zurück zum Raddepot, je nach Fahrkönnen längere Schiebestücke am Kanapee und im Isargries, einfachere Varianten möglich


Donnerstag: Fünfte Etappe ins Herzögliche Bräustüberl am Tegernsee - Über Seekarkreuz und Buchstein
Fall (770 m) > Lenggrieser Hütte (1340 m) > Seekarkreuz (1601 m) > Tegernseer Hütte (1650 m) > Wildbad Kreuth > Tegernsee (725 m), Übernachtung in Gasthof

Highlights - Rundumsicht vom Seekarkreuz über die Berge der Mangfall hinweg, die Tegernseer Hütte und das Bräustüberl  
59 km + 1400 Hm bergauf / 1450 Hm bergab - insgesamt etwa 30 min. Schieben, einfachere Varianten möglich


Freitag: Sechste Etappe nach Bayrischzell - Über Wallberg und Rotwand 
Tegernsee (725 m) > Wallberg (1600 m) > Moni-Alm (990 m) > Weiße Valepp > Rote Valepp > Spitzingsee (1080 m) > Rotwandhaus (1725 m) > Soinsee (1460 m) > Bayrischzell > Fischbachau (775 m), Übernachtung in Gasthof
 
Highlights - Bergfahrt auf den und Aussicht vom Wallberg, der Bockerlbahn-Weg zur Albert-Link-Hütte, das Rotwandhaus und die Ruchenköpfe über dem Soin-Kessel  
55 km + 2100 Hm bergauf / 2050 Hm bergab - etwa 25 min. Schieben bergab, leichtere Varianten möglich


Samstag: Siebte Etappe zum Inn - Über den Wendelstein
Fischbachau (775 m) > Kesselalm (1265 m) > Reindleralm (1430 m) > Mitteralm 1190 m, Station Wendelstein-Zahnradbahn) > Brannenburg > Nußdorf am Inn (480 m), Übernachtung in Gasthof

Highlights - Bergfahrt zur Kesselalm und der Wendelstein mit Radiostation, Höhle und Zahnradbahn
22 km + 900 Hm bergauf / 1200 Hm bergab - etwa 30 min. Schieben bergauf + Wendelstein-Intermezzo (je nach Gusto Gipfelbesteigung - knapp 500 Hm bergauf und abwärts extra, Fahrt mit der Zahnradbahn, Sonnenbad)


Sonntag: Achte Etappe nach Marquartstein - Über Hochries und Kampenwand
Nußdorf am Inn (480 m) > Feichteck > Karkopf (1420 m) > Eiskeller (1236 m) > Ellandalm > Schloss Hohenaschau im Priental (625 m) > Sonnenalm auf der Kampenwand (1465 m) > Dalsenalm (1035 m) > Schleching > Marquartstein (540 m), Übernachtung in Gasthof

Highlights - das Vorland-Panorama von der Hochries am Rand der Alpen, der Seitenalm-Trail, die Pfade und Steige am löchrigen Klausenberg, der königliche Reitweg auf die Kampenwand mit tollen Blicken auf den Alpenhauptkamm
56 km + 2150 Hm bergauf / 2100 Hm bergab - etwa 20 min. Schieben bergauf und 40 min. Schieben bergab, leichtere Varianten möglich


Montag: Neunte Etappe nach Ruhpolding - Um den Hochgern und durch Bayerisch-Kanada
Marquartstein  (540 m) > Schnappenberg (1196 m) > Brachtalm (1180 m) > Weiße Achen (800 m) > Eschelmoos (1080 m) > Röthelmoos > Weitsee (750 m) > Mittersee > > Lödensee > Förchensee > Ruhpolding (660 m), Übernachtung in Hotel

Highlights - die Bergfahrt zur Schnappenkirche mit tollen Blicken zum Bayerischen Meer, die Schnappen-Trails, die alte Römerstraße zum Urschlauer Achen und die Ruhpoldinger Seen-Platte mit dem Deutschen Biathlon-Leistungszentrum
48 km + 1500 Hm bergauf / 1400 Hm bergab, keine längeren Schiebepassagen, leichtere Varianten möglich


Dienstag: Zehnte Etappe nach Weißbach an der Deutschen Alpenstraße - Über den Rauschberg
Ruhpolding (660 m) > Rauschberg (1649 m) > Kaitlalm (970 m) > Reiteralm (980 m) > Litzlbachgraben > Weißbach (600 m), Übernachtung in Gasthof

Highlights - die Rossgasse zum und das Bayern-Panorama vom Gipfel, die Kaitlalm und die wilden Gräben unterm Sonntagshorn
33 km + 1750 Hm bergauf / 1800 Hm bergab - insgesamt etwa 30 min. Schieben


Mittwoch: Elfte Etappe zum Königssee - Im Hauch von Mühlsturzhorn, Hochkalter und Watzmann 
Weißbach (600 m) > Sellarnalm (1152 m) > Motzenwirt am Steinpass (610 m) > Saalach > Schneizlreuth (500 m) > Wachterl (900 m) > Hintersee (780 m, Nationalpark Berchtesgaden) > Ramsau > Wimbachbrücke (626 m) > Kührointalm (1410 m) > Archenkanzel (Ausblick Königssee) > Klingergraben > Königssee (600 m) > Schönau (590 m), Übernachtung in Gasthof

Highlights - die fesche Sennerin von der Sellarnalm, die Kalkriesen im Nationalpark und die Schau auf St. Bartolomä am Königssee
56 km + 2150 Hm bergauf / 2150 Hm bergab - insgesamt etwa 30 Min. Schieben, leichtere Varianten möglich


Donnerstag: Zwölfte Etappe nach Berchtesgaden - Über dem Königssee
Schönau (590 m) > Hochbahn > Königsbachalm > Gotzenalm (1685 m) > Feuerpalfen Ausblick (Watzmann-Ostwand) > Königsbachalm (1195 m > Schneibsteinhaus > Carl-von Stahl-Haus am Torrener Joch (1735 m) > Hinterbrand > Berchtesgaden (540 m), Übernachtung in Hotel

Highlight - die Gotzenalm im Nationalpark Berchtersgadener Land am Steinernen Meer zwischen Watzmann und Hohem Göll
39 km + 2100 Hm bergauf / 2150 Hm bergab - keine längeren Schiebepassagen, leichtere Varianten möglich


Freitag, 10. Juli: Rückreise
Transfer von Berchtesgaden über München-Hohenbrunn (Ankunft gegen 11.00 UHR) nach Füssen (Ankunft gegen 15.30 UHR), weitere Heimreise privat


Die Deutsche Königstour

Der Bayernkönig Max II. überquerte vor fast 150 Jahren seine Berge von Lindau nach Berchtesgaden. Fünf Wochen lang war er unterwegs. Um Land und Leute auch wirklich kennenzulernen, zog er zu Fuß durch den Bregenzer Wald, über die Allgäuer und Ammergauer Berge nach Füssen mit dem Schwangauer Schloss. Ein riesiges Gefolge mit über 40 Kutschen, Reisepferden und Gelehrten sorgten für den nötigen Komfort und das Verständnis zur Natur. Durch das Wettersteingebirge, vorbei am Karwendel, über die Tegernseer und Schlierseer Berge ins Inntal und durch den Chiemgau er-reicht der Tross des "Kini Max" schließlich den Endpunkt seiner Reise, die vom Watzmann gekrönte Salzmetropole Berchtesgaden. "Ich habe", so sagte der Bayernkönig, "schon so manche schöne Reise in ferne Länder gemacht, deren Eindrücke und Überraschungen gewaltiger auf mich gewirkt haben, aber keine, die mir so andauernd Befriedigung gewährt hätte, wie diese durch meine heimischen Berge und Wälder ..." Auch wenn sich bis heute vieles verändert hat, die Durchquerung des deutschen Alpenraumes sollte nicht nur Königen eine Reise wert sein. Der CoronaCross folgt auf weiten Strecken dem historischen Maxweg, führt zu den Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten des Alpenrandes.

Die Königsschlösser
Als König Max II. 1858 am zehnten Tag seiner Reise Schloss Hohenschwangau erreichte, lag Neuschwanstein noch als Ruine da. Erst elf Jahre später ließ der Bayernkönig Ludwig das alte Gemäuer nach dem Vorbild der Wartburg in ein Märchenschloss verwandeln.

Wetterstein – Welt der Kontraste
2200 Meter ragt wasserzerfressener Kalk über den grünen Wiesen von Garmisch zur Zugspitze empor. Am Eibsee, in dessen türkisen Wasser kleine Bauminseln mit hellem Sand wie Atolle ruhen, herrscht bereits Südseestimmung, in den Wänden pappen noch Schneefelder. Während ein Gewimmel von Menschen zwischen Beton und Geschäftigkeit um die Gunst eines Platzes auf der Spitze der Nation ringen, lauschen wir dem Gurgeln und Flüstern der Partnach. Tiefeingeschnitten in das monotone Grau der Kalkwüsten und -wände, funkelt ihr Blau aus dem Grün des Reintalbodens. Ein herrlicher Single Trail führt durch diese elend lange Kerbe zur Angerhütte. Buckel, Mulden, Flachstücke und bissige Steilpassagen - einfach alles, was sich ein verwöhntes Biker-Herz wünscht - wechseln wie Kies, Erdboden und Felsrippen. Und es gibt bestimmt nichts Schöneres, als nach der schweißtreibenden Auffahrt, in die Blaue Gumpe im oberen Reintal zu springen. Eine Etage darüber, auf der grandiosen Terrasse des Schachen steht das Jagdschloss vom Bayernkönig Ludwig. Fast unwirklich thront der Holzbau auf einem grünen Buckel über und unter lotrechten Felsen. Erst flach, platt und breit, dann steiler, felsig und schmal überlistet die Schachen-Bergstraße die rund 1000 Höhenmeter dort hinauf. Eine Befahrung ist einfach ein Muss für jeden Mountainbiker, vermittelt alles, was das Wettersteingebirge eben auszeichnet.

Bayerischen Voralpen
Wie König Max fahren wir in Lenggries über die Isar ins Mangfallgebirge, wie die Tegernseer und Schlierseer Berge auch heißen. Die Felsgipfel, Köpfe und Zapfen sind niedriger, die Risse, Pfeiler und Türme kleiner. Es fehlt der alpine Ernst wilder Landschaftsbilder. Es sind andere Werte, deren Reizen nicht nur der Bayernkönig Max II. erlag. Das liebliche Zusammenspiel der Natur und Beschaulichkeit, gemütliches Bergland, malerische Wirtshäuser und Brotzeitalmen ziehen nicht nur die Münchner immer wieder in ihre Hausberge. Berühmt gemacht haben die Gegend einst Künstler, wie der Schriftsteller Ludwig Ganghofer, der Mundartdichter Ludwig Thoma oder aber der Volksliedsammler Kiem Pauli, die hier lebten und schufen. Man kennt jede Piste, jeden Weg, weiß, wo die nächste Brotzeit wartet. Es gibt keinen Grund zur Eile. Und das gefällt allen, egal ob Einhoamische, Preiß'n, Zug'roaste oder Großkopferte... dies stimmt für den CoronaCross nur zum Teil, denn die Route über das Mangfallgebirge ist wirklich anspruchsvoll, lässt keinen der steilen Felsbuckel aus.

Wendelstein
»... zwar nicht im Himmel, aber über den Wolken ...,« tönt es aus Alfred’s Radiostation auf dem Wendelstein während der Filmarbeiten für den bayerischen Kultfilm »Wer früher stirbt, ist länger tot«. 1838 Meter über dem Meer, 1300 Meter über dem nahen Inntalboden und auch 1000 Meter über Bayrischzell prägen Antennen, Sternwarte und Wetterstation das steinige Antlitz. 100 Meter unter dem Gipfelkreuz des weit ins Land hinaus sichtbaren »Stanglberges« kleben wie Adlerhorste die Bergstationen von Seil- und Zahnradbahn, das Wendelsteinhaus und eine Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks am nackten Fels. Ein typischer Wendelstein-Besucher fährt von Brannenburg am Inn mit der Zahnradbahn in 30 Minuten die Ostseite hinauf, marschiert 20 Minuten zum Gipfel, schaut zum Kircherl und steigt 82 Stufen in die Höhle ab. Nach der Brotzeit im Haus geht er noch schnell hinüber zur Aussichtskanzel »Gacher Blick«, schwebt mit der Seilbahn in 7 Minuten über die Südwesthänge nach Bayrischzell hinab, ehe ihn der Bus der Wendelstein-Ringlinie wieder nach Brannenburg bringt. Während der 45 Minuten langen Busfahrt um das Massiv liest man noch in der Broschüre, dass der Stein einst als Korallenriff vor der Küste Afrikas lag und der Brannenburger Geheimrat Otto von Steinbeis das Wettrennen um den Bau der ersten Bahn gewann, die seit 1912 auf einer noch heute faszinierenden Gleisanlage den enormen Höhenunterschied von 1270 Metern bewältigt. Ein untypischer Wendelstein-Liebhaber nähert sich den abweisenden Wänden mit dem Bergradl. Die Auffahrten an den Fuß des Nordabsturzes heran gehören wegen der Steilheit zu den schwersten Prüfungen. An der mühsamen, halbstündigen Schiebepassage über Steiner und Wurzeln unter der Weißen Wand werden nur diejenigen Freude finden, die ein Auge frei haben für den Steingarten am Wegesrand. Am Wendelstein gibt es wegen der schroffen und stark zergliederten Architektur keinen Fahrspaß in Form von beschaulichem Rollen. Immer wieder fordern die Strecken selbst versierten Mountainbikern alles an Können ab.

Weißblaues Chiemgau
Zwischen den Tälern des Inn und der Saalach, zwischen der felsgezackten Krone des Wilden Kaisers und dem Wasser des Chiemsees erstrecken sich die Chiemgauer Alpen. In den Kreisen der Bergsteiger müssen sich die mit einem dichten Waldpelz bedeckten Hügel mit dem Prädikat "zahme Vorberge" begnügen. Für den Bergradler allerdings trifft dies nur bedingt zu. 600 Höhenmeter-Auffahrten an einem Stück sind keine Seltenheit. Rauf und runter, vom Inntal zum Priental, auf dem feinen Reitweg unter dem Zackenkamm der Kampenwand ins Achental, durch Gräben und über Hochmoore zur Ruhpoldinger Seenplatte und nochmals, fast schon vogelwild, hinauf zu den Höhen des Sonntagshorn - den Weg kjennt keiner!!! Da fließt eine Menge Schweiß. Doch es wäre nicht Bayern, wenn nicht dort, wo man es sich am meisten wünscht, ein urgemütliches altes Wirtshaus steht, hier am Hang eine schöne Alm lehnt oder ganz oben eine rustikale Berghütte wartet. Die Wirte und Kellnerinnen, Almbauern und Sennerinnen sind fast überall noch "echte Originale", von denen jeder das Prädikat "einzigartig" verdient.

Glanzvolles Ende in Berchtesgaden
Unruhig kurbeln wir die alte Salzstraße entlang des wilden Schwarzbaches zum Wachterl hinauf. Der Watzmann ruft. Selbst der einzige deutsche Gletscher, das Blaueis, das zwischen den Wandfluchten des Hochkalters klebt, findet wenig Beachtung. "Wann dei Zeit kummt, nacha holt er di, verfluchter Berg," singt Wolfgang Ambros in seiner Watzmann-Persiflage. Nach 610 Kilometern in zwölf Tagen mit über 20 000 Höhenmetern ist unsere Zeit gekommen. Über dem alten Markt sowie der Stiftskirche Berchtesgadens zeichnet sich am Horizont messerscharf die Silhouette des Watzmann mit Frau und Kindern ab. Sein Anblick, "kalt und schicksalsträchtig ..., laßt uns nimmer aus !" Am 37. Tag seiner Reise durch die deutschen Alpen erreichte auch König Max II. Berchtesgaden. Bestimmt hätte auch er, genauso wie wir, Ludwig Ganghofer beim Zuprosten zitiert, "Herr, wen du liebhast, den läßt du fallen in dieses Land."             

An der Partnach aufwärts ins Herz des Wettersteins zur Reintalangerhütte (Etappe 3)
Auf unserem Weg zum Tegernsee, die Hütte am Buchstein (Etappe 5)


Am Rand der Alpen auf dem Seitenalm-Trail unter der Hochries zum Eiskeller (Etappe 8)

Unterwegs im Isargries zum Jäger von Fall (Etappe 4)