NEW - Gardasee 360°

An der Nordspitze, wo der Lago einem Fjord gleicht (Etappe 1)

 

 


Sonntag 27. Juni bis Freitag 2. Juli 2021


Ab Nago um den Gardasee
Schroffe Wellen über Fjord und Meer


5 Tourentage mit insgesamt 275 Kilometern und 10 000 Höhenmetern


Ronda Grande mit Begleitfahrzeug und Gepäcktransport


Die Anreise nach Nago erfolgt privat, Möglichkeit der Anreise und Rückreise ab/bis München-Hohenbrunn mit dem Serac Joe-Bus inklusive Radtransport gegen Fahrkostenbeteiligung


Übernachtungen in Gasthöfen und Hotels


Serac Joe Level 3

Kondition          
Fahrtechnik          

 

 

 

Kondition - eine sehr gute Grundausdauer ist erforderlich. Richtlinie: etwa 400 Hm in der Stunde auch über einen längeren Zeitraum hinweg
Fahrtechnik - eine sichere Fahrtechnik auf steinigen Wegen ist erforderlich: mittel bis schwer


Leistungen Organisation, Buchung der Unterkünfte, Führung, Betreuung, Begleitfahrzeug mit Gepäcktransport und die Fährschifffahrt über den Gardasee
Preis 500,00.- Euro

Die Kosten für die Übernachtungen und Verpflegung (Halbpension etwa 75.- Euro pro Tag) müssen gesondert getragen und vor Ort bezahlt werden. Die Gesamtkosten dieser Gardaseeumrundung (5 Übernachtungen, Halbpension, 5 Tourentage) betragen etwa 850,00.- Euro.

Gegen eine Fahrtkostenbeteiligung in Höhe von 30,00.- Euro besteht die Möglichkeit der Anreise und Rückreise ab/bis München-Hohenbrunn mit dem Serac Joe-Bus inklusive Radtransport. Bitte geben Sie bei der Buchung an, ob Sie mit dem Serac Joe-Bus mitfahren möchten.

GPS Die GPS-Tracks der Garda 360° sind nicht erhältlich. 


 

Programm: Um den Gardasee ab/bis Nago

Landkarte - Gardasee 360°


Sonntag, 27. Juni: Anreise
privat nach Nago, kostenloser Parkplatz. Es besteht eine Mitfahrgelegenheit im Serac Joe Bus gegen Fahrtkostenbeteiligung ab München-Hohenbrunn (Abfahrt gegen 12.30 UHR). Abendessen und Tourenbesprechung in Pizzeria, Übernachtung in Hotel.


Montag: Erste Etappe über die Nase Napoleons nach Benacum
Nago (215 m, sehr früher Aufbruch) > Torbole (68 m) > Meckis's Bar (Frühstück) > Riva (66 m) > Ponale Cliff (250 m) > Limone (75 m) > Gargnano > Rifugio Giorgio Pirlo (1165 m) > Monte Pizzocolo (1581 m) > Toscolano Maderno (72 m), Übernachtung in Hotel

Highlights - die Antica Via del Ponale, der neue Radweg über dem Gardasee nach Limone, der Dynamite Trail zum und die Schau vom Gipfel Pizzocolo ("Sera") auf den Benacus, wo er vom Fjord zum Meer wird
71 km + 2100 Hm bergauf / 2250 Hm bergab - etwa 150 Höhenmeter Schieben bergauf


Dienstag: Zweite Etappe zur Etsch und auf die Hochebene der Monti Lessini
Toscolano Maderno (72 m) > Torri del Benaco (72 m, mit dem Fährschiff) > Monte Lenzino (430 m) > Valle Tesina (230 m) > Forte San Marco > Canale Monte Cordespino (555 m) > Etsch (110 m) > Passo delle Fittanze (1399 m) > Sega di Ala (1240 m), Abendessen und Übernachtung in Albergo

Highlights - der Blick vom Monte Lenzino auf den Gardasee und der Dynamite Trail zum Forte San Marco 
Fährschifffahrt + 55 km + 2250 Hm bergauf / 1100 Hm bergab - keine längeren Schiebepassagen


Mittwoch: Dritte Etappe über die Cima Carega in die Vallarsa
Sega di Ala (1240 m) > Monte Castelberto (1765 m) > San Giorgio (1490 m) > Rifugio Passo Pertica (1929 m) > Cima Carega (2259 m) > Passo Buole (1460 m) > Parrocchia Vallarsa (810 m) , Abendessen und Übernachtung in Restaurant-Pizzeria-Albergo

Highlights - die Malghen der Lessinischen Hochebene mit grandiosen Blicken auf den Baldo-Kamm und der Sentiero della Pace durch ein bizarres Gewirr aus Zacken und über die hohe Krone einer zu Stein gewordenen Welle 
55 km + 2000 Hm bergauf / 2450 Hm bergab -je nach Fahrkönnen insgesamt aber mindestens 45 Min. Schieben bergab und 30 Min. Schieben bergauf   + Gipfelbesteigung Cima Carega etwa 30 Min.


Donnerstag: Vierte Etappe über die Platten am Pasubio nach Rovereto
Parrocchia (810 m) > Passo Pian delle Fugazze > Rifugio Generale Achille Papa am Pasubio (1051 m) > Dente Italiano (2220 m) > Dente Austriaco (2127 m) > Rifugio Lancia > Sella delle Pozze (1903 m) > Eremo di San Colombano > Rovereto (195 m), Übernachtung in Hotel

Highlights - die Strada degli Eroi zur Porte del Pasubio, die "Zona monumentale" und der Sentiero delle Pace über den Roite-Rücken
59 km + 1950 Hm bergauf / 2550 Hm bergab - insgesamt etwa 60 Min. Schieben von Platte zu Platte, alternativ außen herum - Sette Croci - ohne längere Schiebepassagen


Freitag: Fünfte Etappe über den Monte Velo nach Torbole
Rovereto (195 m) > Passo Bordola (1250 m) > Santa Barbara (1170 m) > Monte Creino (1280 m) > Torbole/Mecki's Bar (68 m) > Nago (215 m)
 
Highlights - die Stellungen aus dem Gebirgskrieg am Monte Creino und die Trails zur Sarca
35 km + 1650 Hm bergauf / 1650 Hm bergab - keine längeren Schiebepassagen

Gegen 15.00 UHR Ende der Tour, Heimreise privat oder mit dem Serac Joe-Bus nach München-Hohenbrunn (Ankunft gegen 20.00 UHR)


In den Monti Lessini (Etappe 3)

Bergfahrt zur Cima Carega, Haupt der Piccole Dolomiti (Etappe 3)

Mega Carega

 Am Südzipfel des Trentino, an der Grenze zum sonnigen Veneto, am Rand der Alpen, wo man nur noch ein paar Hügel vermutet, ragen aus tiefen Talfurchen weiße Felsfinger und feingliedrige Wandfluchten. Als wäre die an einem Riff brandenden Gischt zu Kalk erstarrt, erhebt sich ein bizarres Gewirr aus Zacken und Türmen. Die 2259 Meter hohe Krone einer steingewordenen Welle markiert den höchsten Punkt der Gruppo del Carega. Dieses kleine Gebirge zwischen den 1000 Meter hohen Abbruchkanten der karstigen Plateauberge Pasubio und Lessini bildet das alpine Wahrzeichen der Piccole Dolomiti, wie der italienische Alpenverein die Venezianischen Voralpen zwischen Rovereto und Vicenza bezeichnet. Der Bergnamen Cima Carega geht auf das zimbrisch-deutsche Wort „Kar-egge“ zurück. Im 13. und 14. Jahrhundert besiedelten deutschstämmige Auswanderer den gesamten Bereich der Kleinen Dolomiten. Ein kleines Museum in dem Dorf Giazza auf der Veroneser Seite und die zimbrische Wurzel in fast allen Ortsnamen zeugen noch heute davon.Wenige Mountainbiker aus Deutschland und den nordalpinen Gefilden kennen diese Gebirgsecke. Während nebenan am Gardasee auf den klassischen Strecken bereits Staugefahr besteht, am Pasubio immer mehr Stollenreifen den geschichtsträchtigen Boden berühren, herrscht in der Gruppo del Carega noch beschauliche Stille. Trotz der Hinterlassenschaften des germanischen Volkes der Zimbern fehlt es an deutschsprachiger Literatur. Ein erster Blick auf die Karte zeigt nur eine Schwachstelle. Vom Süden her führt eine Straße aus der großen Ebene Venetiens durch das Val d’Illasi weit hinauf in die Gipfelregion. Das bedeutet eine weite Anreise, mindestens 2 Stunden länger als bis zu den bekannten Nachbarn. Beim genaueren Studium des bunten Papiers wird man aber stutzig. Nur 20 Meter unter dem Gipfelkreuz der Cima Carega steht in wahrlich olympischer Position eine Hütte des italienischen Alpenvereins. Eine breite rote Linie verraten durch das Symbol des Sentiero della Pace schlängelt sich über die gesamte Gruppe. Die umkämpfte Front im Zweiten Weltkrieg verlief gegenüber am Pasubio. Die Alpiniwege am Carega dienten dem Nachschub und zur Befestigung eines Sicherungsriegel. Trotz des strengen alpinen Charakters sind die Trassen noch heute auf weiten Strecken gut erhalten, ermöglichen sie erfahrenen Tourenbikern eine vollständige Überquerung. Elend lange, zumindest für Mountainbiker ausweglose Talgräben auf allen Seiten der Gruppo del Carega machen die Wege weit. Kürzere Touren gibt es nur auf der Südseite ab Giazza im oberen Val d’Illasi. Besonders eindrucksvoll gestaltet sich die Anfahrt über die Monti Lessini, diese eigentümliche Steppenhochebene über Ala. Kleine Gräben mit Felsrändern, die aussehen wie Blätterteig, führen hinauf zu baumlosen Kämmen. Nur ein paar krüppelige Sträucher bieten den Augen Halt in der Weite, offen für Fernsichten vom Adamello über den Monte Baldo bis Verona. Der Parco Naturale Regionale della Lessinia allein ist schon eine Reise wert. Nur dann lockt er schon, der Mega Carega. 

Landschaftlich facettenreicher und fahrtechnisch abwechslungsreicher geht es kaum. Besonders reizvoll der Kontrast zwischen der horizontalen Welt der Lessinischen Hochfläche und den vertikalen Dolomitentürme der Gruppo del Carega. Ein sehr früher Aufbruch ist ratsam. 50 der 65 Kilometer verlaufen Offroad. Über 15 davon haben Trail-Charakter. Das kostet Kraft und Zeit. Weil der Südteil der Piccole Dolomiti weit in die Ebene hinausreicht, bilden sich oft schon am Vormittag dichte Nebelwolken, während außen herum die Sonne scheint. Dies beschert der Cima Carega im Winter viel Schnee und im Sommer mehr Niederschläge als für die Kleinen Dolomiten üblich. Ein alter Spruch in einem Vorort Vicenzas beschreibt dieses Wetterphänomen, „Schio, urinal de Dio – Schio, das Pissoir Gottes.“

Pasubio - Straßen, Zähne und Platten

Bei Rovereto mündet der Wildbach Leno in die Etsch. Er sammelt das Wasser aus den Tälern Vallarsa und Terragnolo, die einen mächtigen Bergstock begrenzen. Aus dem langgezogenen, von Wald gesäumten Rücken kragt eine etwa sechs Quadratkilometer große Karstfläche hervor, die abrupt mit steilen Felsfluchten zur Ebene Ventiens hin abbricht. 10 Erhebungen der zerklüfteten Hochebene überschreiten die 2000 Meter-Grenze. Mit 2232 Metern höchster Punkt des Pasubios ist die Cima Palon, an welche sich wenig nördlich, getrennt durch die Selletta Damaggio, die Italienische Platte anschließt. Kaum 100 Meter nördlich gegenüber des Dente Italiano, getrennt durch die Vertiefung des Eselsrückens, ragt die Österreichische Platte aus dem Karst, in Italien Dente Austriaco genannt. Diese heute offiziellen geographischen Namen beschreiben den Schauplatz des heftigsten Minenkrieges aller Zeiten. Wie auch anderswo im Gebirgskrieg bildete der Berg die Schwachstelle der Front. Die Täler waren von den Höhenzügen leicht zu kontrollieren. Gewaltige Sperrwerke machten ein Durchkommen unmöglich. Wer aber die natürliche Festung des Pasubios besitzt, der herrscht über das Etschtal und über das Land bis Verona. Das Ringen um die Platten währte 29 Monate. Im ersten Jahr forderte das Wüten des Winters die meisten Opfer. Nach dem die Materialschlacht über der Erde ohne durchschlagenden Erfolg im Stellungskampf erstarrte, begann der unterirdische Krieg. Beide Seiten bauten ihre Platte unter Tage mit Gängen und Kavernen aus, trieben Stollen unter dem Eselsrücken vordringend zu Minenkammern nahe der gegnerischen Behausungen. Man saß auf einem rauchenden Vulkan. Fast jeden Monat wurden Minengänge zur Explosion gebracht, allein bei der größten flogen 50 Tonnen Sprenggelatine samt Berg und Mann in die Luft. „ ... Eine Menschenmühle war das, in der eine Kompanie nach der anderen zermalmt und zerfetzt wurde, als es galt, die „Platte“ zu erobern, als es galt, die „Platte“ zu halten,“ nach Robert Skorpil, der durch diese Hölle ging. Am Pasubio gab es keine Sieger.
Das Nadelöhr in der Pasubio-Front und seine flankierenden Stellungen mussten versorgt werden. Mehrere 100 000 Tonnen Material schleppten die Österreicher von Rovereto über die abgeflachte Pasubio-Zunge zwischen den beiden Leni-Ästen zum Col Santo herauf. Wenig unterhalb wartet heute die Lancia-Hütte des italienischen Alpenvereins auf durstige Mountainbiker. Alte, noch unbefestigte Nachschubwege ermöglichen die einfühlsame Umrundung des „Heiligen Hügels“ über sanft gewellter, tafelartiger Weidelandschaft.
Vor Aufgaben eines weitaus größeren Kalibers wurden die italienischen Pioniere gestellt. Auf zwei Kilometer Luftlinie musste ein Höhenunterschied von 1000 Meter überwunden werden. Pressluftbohrmaschinen und Mineure sprengten ein Netz kühn angelegter Militärwege in den harten Pasubio-Kalk, das wegen der aufregenden, wilden Szenerien jedes Herz höher schlagen lässt.
Ortstermin an der Felsöffnung Porte del Pasubio: Drei Straßen treffen hier zusammen: Westlich mündet die vom Fugazzepass heraufkommende Strada degli Eroi. Östlich führt die Strada degli Scarubbi vorbei. Sie beginnt am Colle Xomo und endet nur wenig unter der Italienischen Platte. Da diese Nachschubtrasse genau in der Schusslinie des Feindes lag, haben 600 Alpinis 1917 in nur sechsmonatiger Arbeit jenseits, auf der abgewandten Kammseite die Strada delle Gallerie in den Fels gehämmert. Die abenteuerliche, 6,5 Kilometer lange Weganlage führt durch 52 oft stockdunkle Felsentunnels 700 Höhenmeter hinauf zur Porte. Marmortafeln nummerieren die Röhren. Mit 320 Meter Strecke ist die 19. Galerie die längste, und die 20. zieht sich gar spiralenförmig im Inneren eines Felsturmes aufwärts. Trotz der extrem ausgesetzten, in senkrechter Felswand verlaufenden Trasse, trotz des abgespeckten, stets feuchten Bodens in den niedrigen Tunnels, trotz der Heerscharen von Wanderern, trotz des seit 1994 am Eingang des ersten Tunnels mahnenden Verbotsschildes versuchen Mountainbiker immer wieder da hinunter zu fahren. Die meisten werden bereits nach wenigen Metern absteigen und die Strada delle 52 Gallerie mit ihrem stählernen Gefährt in einer Mischung aus Bewunderung und ungläubigen Kopfschütteln abkraxeln. Stehen dann ganz unten die Carabinieri, wird ein sattes Bußgeld fällig. Auch Schieben ist nicht erlaubt. Wenige, ausgerüstet mit Stirnlampen und Halogenscheinwerfern bleiben länger auf dem Rad. Dann kann man nur hoffen, dass es zu keinem Auffahrunfall mit einem Wanderer kommt oder sich gar die Anzahl der sich bereits am Pasubio zu Tode gestürzten Mountainbiker erhöht.

Auf der italienischen Platte am Pasubio (Etappe 4)