NEW gta - Monviso


Unterwegs auf der gta zeigt der Monviso immer wieder seine kaiserliche Größe  (5. Etappe)

 

 

Samstag 17. Juli bis Samstag 24. Juli 2021


Piemont - im Reich des Cottischen Kaisers
Von Aosta nach Paesana im Valle Po


6 Tourentage mit insgesamt 325 Kilometern und 13 200 Höhenmetern, 2 Levels


Die Anreise nach Aosta erfolgt privat.


Begleitfahrzeug mit Gepäcktransport


Übernachtungen in Gasthöfen und Hotels


Serac Joe Level 4

Kondition          
Fahrtechnik          

 

 

 

Kondition - eine sehr gute Grundausdauer ist erforderlich. Richtlinie: etwa 450 Hm in der Stunde auch über einen längeren Zeitraum hinweg
Fahrtechnik - eine sichere Fahrtechnik auf steinigen Wegen ist erforderlich: schwer


Leistungen Organisation, Buchung der Unterkünfte, Führung und Betreuung, Begleitfahrzeug mit Gepäcktransport und Rücktransfer von Paesana zum Startpunkt der Tour in Aosta

Preis 655,00.- Euro

Die Kosten für die Übernachtungen und Verpflegung (Halbpension etwa 75.- Euro pro Tag) müssen gesondert getragen und vor Ort bezahlt werden. Die Gesamtkosten der gta-Monviso (7 Übernachtungen, Halbpension, 6 Tourentage, Begleitfahrzeug mit Gepäcktransport und Rückransfer) betragen etwa 1200,00.- Euro


Die GPS-Tracks der gta-Monviso sind nicht erhältlich. 


>> La Grande Traversata delle Alpi <<, kurz gta

drei Buchstaben, schwungvoll auf einen Felsen gepinselt, markieren eine Weitwanderroute über die Westalpen vom Monte Rosa zum Mittelmeer.

Die >> Große Traverse << folgt historisch gewachsenen Weganlagen. Keiner der Pfade ist neu angelegt - unter den Reifen knirscht der Steinbelag uralter, bäuerlicher Maultierpfade. Ein Geflecht halb vergessener Militärsteige und Römerstraßen wird wiederbelebt. Breite, von Mussolinis Kriegsbaumeistern errichtete Naturpisten wechseln mit schmalen Hochgebirgstrassen. Alle Wege machen Geschichte spürbar...

Programm: Von Aosta nach Paesana im Valle Po

Landkarte - NEW gta - Monviso


Samstag, 17. Juli: Anreise
privat nach Aosta. Gemeinsames Abendessen mit Tourenbesprechung und Übernachtung in Hotel (Italien)


Sonntag: Erste Etappe im Banne des Gran Paradiso 
Aosta (580 m) > Pont > Colle del Nivolet (2616 m) > Ceresole Reale im Valle di Locana (1570 m), Übernachtung und Abendessen in Gasthof (Italien)


Highlights - die ex Strada militare am Lago Agnel und der königliche Maultierpfad (mulattiera reale) im Parco Nazionale Gran Paradiso
gta - via normale: 62 km + 2400 Hm bergauf / 1400 Hm bergab - etwa 400 Hm Schieben bergauf


Montag: Zweite Etappe in die Lanzotäler
Ceresole Reale (1570 m) > Torrente Orco (600 m)  > Rifugio Santa Pulenta > Colle Gavietta (2080 m) > Valli di Lanzo (625 m), Abendessen und Übernachtung in Gasthof (Italien)


Highlights - die alte Straße durch das Locana-Tal und der Lago di Monastero
gta - via normale: 52 km + 1600 Hm bergauf / 2550 Hm bergab - etwa 250 Hm Schieben und Tragen bergauf


Dienstag: Dritte Etappe ins Susatal zu den Laghi di Avigliana
Valli di Lanzo (625 m) > Colle Pian Fum (2042 m) > Stura di Viu (700 m) > Colle Colombardo (1888 m) > Susatal (350 m) > Garello (365 m), Übernachtung in Hotel (Italien)


Highlight - der Blick am Colle Colombardo vom Monte Rosa zum Monviso
gta - via normale: 70 km + 2650 Hm bergauf / 2900 Hm bergab - keine längeren Schiebepassagen bergauf, bergab etwa 200 Hm 


Mittwoch: Vierte Etappe über den Monte Bocciarda ins Chisonetal 
Garello (365 m) > Rifugio Fontana Mura (1726 m) > > Colle Roussa (2019 m) > Monte Bocciarda (2201 m) > Torrente Chisone > Perosa Argentina (630 m), Abendessen und Übernachtung in Gasthof (Italien)


Highlight - der Parco Naturale Orsiera
gta - via normale: 49 km + 2200 Hm bergauf / 1950 Hm bergab / je nach Fahrkönnen mindestens aber 300 Hm Schieben bergauf


Donnerstag: Fünfte Etappe ins Pellicetal
Perosa Argentina (630 m) > > Germanascatal > Passo Cialancia (2683 m) > Passo Roux (2832 m) > Chiot del Cavallo > Bobbio Pellice (690 m), Abendessen und Übernachtung in Gasthof (Italien)

Highlights - die ex strada militare zur Conca Cialancia, der Plattenweg zum Passo Roux im Antlitz des Monviso und der Lago Laus
gta - via extreme: 46 km + 2300 Hm bergauf / 2250 Hm bergab / Trittsicherheit erforderlich, 400 Hm Schieben und Tragen bergauf, bergab je nach Fahrkönnen mindestens aber 300 Hm
gta - via normale über den Colle Lazzara und das Rifugio Vaccera: 56 km + 1950 Hm bergauf / 1900 Hm bergab / keine Schiebepassagen


Freitag: Sechste Etappe ins Potal 
Bobbio Pellice (690 m) > Rifugio Barbara Lowrie > Colle della Gianna (2525 m) > Pian del Re > Valle Po > Paesana (620 m), Übernachtung und Abendessen in Hotel (Italien)

Highlights - die Abfahrt auf der gta zum Pian del Re im Hauch des Cottischen Kaisers und das Valle Po
gta - via normale: 43 km + 2050 Hm bergauf / 2100 Hm bergab - etwa 600 Hm Schieben bergauf


Samstag, 24. Juli: Rückreise
Transfer mit dem Serac Joe-Bus von Paesana nach Aosta (Startpunkt der gta-Monviso, Ankunft gegen 11.00 UHR) und weitere Heimreise privat




gta - Monviso
Der große Bogen der Westalpen umrahmt das Piemont, das Land am Fuß der Berge. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das am letzten Flecken der Poebene. Dieser schiebt sich in ein bezauberndes, von den Ligurischen Alpen, Seealpen und Cottischen Alpen gebildetes Amphitheater, das mit einem Bogen von 180 Grad die Provinzhauptstadt Cuneo umgibt.

Im Norden werden die Cottischen Alpen durch die Linie Susa-Dora Riparia-Montgenevre von den Grajischen Alpen mit dem Gran Paradiso abgegrenzt. Die italienisch-französische Grenze verläuft in dieser Gebirgsgruppe stets auf dem Rückgrat des Alpenhauptkammes. Während die französische Seite weniger steil ins Tal der Durance fällt, kippt die italienische Seite sehr steil zur Po-Ebene hin ab. Wie die Fangarme eines riesigen Tintenfisches greifen langgezogene Bergkämme nach dem Boden des Piemont, um sich dann nach Westen hin zur höchsten Erhebung des südlichen Alpenraumes, dem Monte Viso aufzubäumen. Dazwischen liegen tiefe, bis zu 60 Kilometer lange Gräben und Schluchten, in denen der Po und seine Nebenflüsse Dora Riparia, Chisone, Varaita, Maira und Stura den italienischen Teil der Cottischen Alpen entwässern. Dieses Geländerelief bestimmt das Streckenprofil der gta-Route. Jede Etappe führt aus einem tiefen Tal über einen hohen Kamm in das nächste Tal. Meistens gibt es mehrere Möglichkeiten die Arme des Tintenfisches zu überqueren. Je näher die Route am Kopf (Monte Viso) liegt, desto höher sind die Anforderungen.
NEW
Im Gegensatz zu allen bisher gefahrenen gta-Routen verläuft die NEW gta durchweg in Italien. 

Ins Pellicetal
Die schmalen Teerstraßen und Waldpisten über die kaum frequentierten Colli Lazzara und Vaccera ermöglichen eine Traverse ins Pellice-Tal ohne einen einzigen Schiebemeter. Entlegeneste Weiler bei Pramollo, prächtige Fernsichten auf die Poebene vom Colle Lazzara und die Einkehr in die Hütte am Colle Vaccera bilden die Höhepunkte des unteren Weges. Am Ende des Tages bleibt Zeit das große Waldenser-Museum im Kleinstädtchen Torre Pellice zu besuchen.
Voll von alpinen Kontrasten zeigt sich der obere Weg ins Pellice-Tal. Beim Namen Passo del Rous zucken selbst Kenner der piemontesischen Waldenser-Täler mit den Achseln, während meine Augen zu leuchten beginnen. Die Route ist steinig und schwer – lange Schiebe- und Tragepassagen inklusive –, kann wirklich nur erfahrendsten Tourenbikern empfohlen werden. Knapp sieben Kilometer von Perosa Argentina das Valle Germanasca talaufwärts zweigt links die beschilderte Militärstraße zur Conca Cialancia ab. Auf einer Distanz von wenig über 22 Kilometer überwindet die 1940 fertiggestellte und für den Transport von Kanonen befestigte Trasse einen Höhenunterschied von gut 1600 Metern. Am Beginn weist ein Hinweisschild eine Länge von 25 Kilometern aus. Ursprünglich planten Mussolinis Kriegsbaumeister die Mulattiera bis zum Lago Ramella zu trassieren, um dort die Kanonen auf die nahe Grenze gerichtet aufstellen zu können. Dazu sollte die ausgesetzte Höhe des Passo di Cianlancia mit einer 300 Meter langen Galerie untertunnelt werden. Dieses Projekt wurde mangels Geld nie verwirklicht. Die Bergfahrt durch mehrere Vegetationsstufen endet in der Conca Cialancia. Ein blaues Seeauge und das karge Grün der Matten spenden diesem Kessel im grauen Fels etwas Leben. Die Länge und der streckenweise sehr steinige Untergrund zehren an den Kräften. Es folgt eine Schiebepassage auf einer recht gut erhaltenen Wegtrasse durch eine Halde aus Blockgestein 250 Höhenmeter hinauf zum Passo Cialancia. Nun könnte man zum Lago Ramello, wo noch heute eine der Kanonen der Alpinis vor sich hinrostet, und weiter zu den alten Kasernen bei den Tredici Laghi abfahren. Der Dynamite Trail ist fahrtechnisch nicht allzu schwer. Die alte Maultierpfad über den Colle Giulian bestimmt den weiteren Weg  ins hinterste Valle Pellice. Die Route über den Passo del Rous erweist sich allerdings als wesentlich geradliniger. Vom Cialancia-Pass muss das Rad weitere 150 Höhenmeter bergwärts gehievt werden. Da von dem alten Alpiniweg im steilen Geröll nur noch Spuren vorhanden sind, ist Tragen angesagt. Wenig unter der Gipfelhöhe wird die Trasse wieder besser, quert sie mit Steinplatten befestigt zum Passo del Rous hinüber. Die gut einen Meter breite, grobe Fahrbahn klebt rechts am splittrigen Fels, während links die schauerliche Leere eines bodenlos scheinenden Abgrundes klafft. Nur wenige trauen sich diese balkonartige Passage auf dem Rad zu bewältigen. Nach einer scharfen Ecke schält sich unvermittelt der Monviso aus den Wolken. Die Überraschung verwandelt sich in ein Staunen, das dem Kaiser der Cottischen Berge würdig ist. Der Passo del Rous ähnelt mehr einem Aussichtsturm als einem Übergang. Alles von Menschenhand Geschaffene verfällt. Im steilen Schrofensplitt lässt sich seine Spur nur noch erahnen. Auch der Steig am Kamm hinab zum Lago Laus gleicht mehr einer imaginären Linie denn einer Fahrbahn für Stollenreifen. Wer sich da auf dem Bike hinabtastet muss das können und auch wollen.
Ins Potal
Obwohl das Po-Tal eines der kürzesten der piemontesischen Alpentäler ist, entspringt der längste Fluss Italiens aus eiszeitlichen Moränenseen am Fuß des Monte Viso im Talschluss Pian del Re. Unmittelbar im Eishauch des Cottischen Kaisers liegt der Colle di Gianna. Die Anfahrt aus dem Pellice-Tal erfolgt durch den Seiteneinschnitt der Comba Carbonieri. Dann muss das Rad 600 Höhenmeter bergauf geschoben werden. Nur die letzten gut 500 Längenmeter zum Pass können auf dem erodierten und teils gestuften Wanderweg im Sattel gemeistert werden. Sofern es der Kaiser gut meint, bietet sich am Gianna ein überwältigender Blick auf seine Gestalt. Ganz nah steht er da. Doch das Monviso-Massiv ist eine Wetterecke. Selbst bei guten Verhältnissen ist der Gipfel am späten Vormittag oft völlig in Wolken gehüllt. Und Schneefall ist hier auch im August möglich. Der Trail jenseits hinab zum Pian del Re wird auch gewöhnliche Tourenbiker begeistern, belohnt die Aufstiegsmühen mit einer ordentlichen Portion an Fahrspaß. Klar, dass man auf diesem königlichen Fleck selten alleine ist. Zahlreiche, mit wenig Mühen erreichbare Seenaugen, eine bewirtschaftete Alpenhütte und die großartige Schau lädt an den Wochenenden im Hochsommer ganz Italien zum Picknick. Die Flucht gelingt am schnellsten und durchaus ansprechend auf dem schmalen Teersträßchen den Po abwärts.

Auf dem Alpiniweg zum Passo Roux (5. Etappe)