Island - von der Herðubreið übers Hochland zur Hekla

Abenteuer ganz einfach -  Islandbiker sein und mit Zelt, Schlafsack und Kocher übers Hochland ziehen 

 

 


Samstag 04. August bis Samstag 18. August 2018


Iceland Cross - vom Mückensee (Myvatn) zum Tafelvulkan Herðubreið und übers Hochland zur Hauptstadt Reykjavik


12 Tourentage mit 700 km (davon etwa 500 km auf Hochlandpisten) und 8000 Hm bergauf wie bergab, mit 2 Gipfelbesteigungen


Anspruchsvolles Bike-Trekking mit Zelt, Schlafsack und Kocher


ohne Begleitjeep, das Gepäck (Ausrüstung und Proviant) muss jeder selbst transportieren 


Übernachtungen im eigenen Zelt


Serac Joe Level 3

Kondition          
Fahrtechnik          

 

 

 

Kondition - eine sehr gute Grundausdauer ist erforderlich - wir sind an einigen Tagen bis zu 10 Stunden unterwegs.
Fahrtechnik - eine sichere Fahrtechnik auf steinigen Wegen ist erforderlich: leicht

Freude am Unterwegssein in freier Urwelt. Dazu gehört eine gewisse Härte gegenüber der Natur (auf Island kann es auch im Sommer schneien, regnen wird es immer wieder, auch mit Sandstürmen muss gerechnet werden). Weiterhin sind Teamgeist, Einsatzwille, Durchhaltevermögen, mitunter auch eine gewisse Leidensfähigkeit für das Gelingen dieser ehrgeizigen Unternehmung unabdingbar. Draußen in Island lässt sich nicht alles planen, man kann nur mit der Natur seine Ziele verwirklichen.


Leistungen und Preise Buchung der Flüge, Organisation, Bustransfers mit Bike-Transport auf Island, Führung und Betreuung.
Preis 985,00.- Euro

Hinweis: Die Anzahlung bei dieser Tour beträgt 500.- Euro, die bei einem Rücktritt in jedem Falle einbehalten werden. Wir empfehlen deshalb unbedingt den Abschluss einer Reiserücktrittskostenversicherung.

Zusätzlich anfallende Kosten Hin- und Rückflug mit Icelandair ab/bis Deutschland je nach Abflughafen derzeit  zwischen 400.- und 670.- Euro (inklusive 10 kg Handgepäck und 23 kg Seesack). Bitte bei der Buchung den gewünschten Abflughafen angeben. 

Die Transportkosten für ein Fahrrad (verpackt in Radtasche oder Karton) betragen hin und zurück 80.- Euro.

Eine Reiserücktrittskostenversicherung für einen Reisepreis von 1500.- Euro kostet bei der HanseMerkur 54.- Euro. Bitte bei der Buchung angeben, ob wir diese abschließen sollen.

Gesamtkosten Die Kosten für die Verpflegung vor Ort, den Provianteinkauf und anfallende Zeltplatzgebühren müssen gesondert getragen und vor Ort bezahlt werden. Die Gesamtkosten der Island Tour mit 14 Übernachtungen, 12 Tourentagen, An- und Rückreise ab/bis Deutschland mit den Bustransfers auf Island betragen etwa 2000.- Euro. 


GPS Die GPS-Tracks unserer Islandtouren sind nicht erhältlich. 


 

Programm: Iceland Cross von Myvatn übers Hochland nach Reykjavik

Landkarte - Island im Eismeer


Samstag, 04. August 2018: Anreise
Flug mit Icelandair ab Deutschland (Berlin, Frankfurt, München, Düsseldorf, Hannover) nach Keflavik (internationaler Flughafen von Island). Anschließend Transfer mit Kleinbus und Anhänger (für die Bikes) nach Reykjavik und weiter auf der Ringstraße zum Myvatn-See (ca. 500 km)


Sonntag: Ankunft am Mückensee 
- Myvatn (Tankstelle, Lebensmittelladen, Restaurants, Campingplätze). Zusammenbau der Bikes, Einkauf von Proviant, Tourenbesprechung und letzte Vorbereitungen, Übernachtung in Zelt auf Campingplatz


Montag: Erster Tourentag vom Mückensee zur Königin der Berge Islands
Myvatn (280 m) > Karbla-Riff (440 m) > Ringwallkrater Hrossaborg (380 m) > Geröllwüste Ódáðahraun > Oase Herðubreiðarlindir (490 m, Trinkwasser, unbewirtschaftete Hütte), Übernachtung im Zelt
Highlights - das Furten der Grafarlandaá und Lindaá (isländisch lindá bedeuted Quellfluss im Gegensatz zur Gletscherfluss-Furt, isländisch jökulsá)
92 km + 450 Hm bergauf / 240 Hm bergab


Dienstag: Zweiter Tourentag auf den kreisrunden Tafelvulkan Herðubreið - die Breitschultrige
Oase Herðubreiðarlindir (490 m) > Ódáðahraun > Herðubreið (1682 m) Oase Herðubreiðarlindir (490 m), Übernachtung im Zelt wie Vortag
Highlights - die Königin der Berge Islands birgt einen grandiosen Kratersee und galt lange als unbesteigbar, ein Weg auf den Gipfel wurde erst 1908 gefunden. Grandioser Rundumblick insbesondere auf die Askja und den Vatnajökull-Eispanzer.
26 km + 1200 Hm bergauf wie bergab (10-11 Stunden, nur bei günstigen Verhältnissen möglich, Trittsicherheit erforderlich)


Mittwoch: Dritter Tourentag zu den drohenden Riesen der Askja, Zentralvulkan des Dyngjufjöll-Massivs
Oase Herðubreiðarlindir (490 m) > Askja Camp Dreki (790 m, Trinkwasser, unbewirtschaftete Hütte), Übernachtung im Zelt
Highlights - Bimsteine und Lavafelder der Missetäterwüste
33 km + 350 Hm bergauf / 50 Hm bergab
Nachmittags Ausflug mit dem Bike in einer Mondlandschaft zum Bad im milchblauen, warmen Wasser des Explosionskraters Viti am Rand der gewaltigen Caldera Askja (1100 m) 400 Hm bergauf wie bergab und 20 km


Donnerstag: Vierter Tourentag auf der Gæsavatnaleið sýðri in einer dramatischen Szenerie, wie sie nur die Natur schaffen kann, zum Vatnajoekull
Askja Camp Dreki (790 m) > Holuhraun (800 m) > Dyngjujoekull > Kistufell Hütte (1000 m, Schmelzwasser, unbewirtschaftete Hütte). Übernachtung in Hütte oder Zelt
Highlights - das gewaltige, schwarze Askja-Sanderfeld und der Schildvulkan Urðarháls 
55 km + 350 Hm bergauf / 50 Hm bergab (wenn der schwarze Lavasand trocken ist, muss man etwa 15 km Schieben)


Freitag: Fünfter Tourentag über den abgelegenen Pass Vonarskarð zum Hotpot Snapadalur
Kistufell Hütte (1000 m) > Gæsavatnaleið sýðri (1170 m) > Gæsavötn (920 m, Gänseseen) > Vonarskard (1100 m) > Snapadalur (1000 m, Trinkwasser). Übernachtung im Zelt 
Highlights - drei Gletscherfluss-Furten zwischen den Gletschern Vatnajoekull und Tungnafellsjoekul, ein nicht gepflockter Hochland-Trek und heiße Quellen am Camp
45 km + 500 Hm bergauf / 500 Hm bergab


Samstag: Sechster Tourentag ohne Furten über die Gletscherflüsse Sylgjá und Kaldakvísl zur Hütte Jökulheimar
Snapadalur (1000 m) > Hágöngulón > Hagönguhraun > Jökulheimar (680 m, Trinkwasser, bisweilen bewirtschaftete Hütten), Übernachtung im Zelt 
Highlights - zwischen den Gletscherflüssen Kaldakvísl und Sylgjá weglos im Eishauch des Tungnaarjoekull über das Lavafeld Hagönguhraun
66 km + 200 Hm bergauf / 500 Hm bergab
 


Sonntag: Siebter Tourentag zur Hochlandpiste Sprengisandur
Jökulheimar (680 m) > Veiðivötn > Hrauneyjar Highland Cente am Beginn der Sprengisandur (320 m, Hotel, Restaurant, Tankstelle). Übernachtung wahlweise in Guesthouse oder Zelt
Highlights - zwischen Lava und Kratern eingebetteten Forellenseen
74 km + 200 Hm bergauf / 560 Hm bergab


Montag: Achter Tourentag auf der Fjallabaksleið nach Landmannalaugar hinter den Bergen
Hrauneyjar (320 m) > Hrauneyjalón > Tungnaá > Landmannalaugar (610 m, Trinkwasser, Hütte, Kiosk mit Lebensmitteln in Bus), Übernachtung in Zelt
Highlights - die Stromschnellen der Tungnaá im Naturschutzgebiet Fjallabak mit dem Geothermalgebiet Landmannalaugar
34 km + 800 Hm bergauf / 510 Hm bergab
Nachmittags zahlreiche lohnende Ausflüge möglich, etwa Wanderung über einen mächtigen Lavastrom zu den Fumarolen am farbigen Berg Brennisteinsalda, 2 Stunden


Dienstag: Neunter Tourentag zum Laufavatn
Landmannalaugar (610 m) > Hrafntinnuhraun-Pass (1000 m) > Laufavatn (660 m, Trinkwasser). Übernachtung in Zelt am See  
Highlights - der schwierigen Hochland-Trek Hrafntinnusker und das wenig bekannte Island-Idyll Laufavatn
45 km + 1150 Hm bergauf / 1100 Hm bergab
Spät nachmittags ist noch die Besteigung des Laufafell (1164 m, grandiose Rundsicht) möglich, 2-3 Stunden


Mittwoch: Zehnter Tourentag zum Eingang der Unterwelt am rauchenden Vulkan Hekla
Laufavatn (660 m) > Raudufossafjoell > Kuppe Rauðaskál (920 m, kein Trinkwasser) am Ascherücken der Hekla. Übernachtung in Zelt
Highlights - der schwere Hochland-Trek Raudufossafjoell und der isolierte Vulkan Hekla 
28 km + 750 Hm bergauf / 490 Hm bergab
Nachmittags ist noch die Besteigung der Hekla-Schneehaube (1491 m, grandiose Rundsicht) möglich, 3 Stunden


Donnerstag: Elfter Tourentag nach Selfoss
Rauðaskál (920 m) > Sprengdisandur (240 m) > Selfoss (10 m, an der Ringstraße), Abendessen in Pizzeria und Übernachtung im Zelt auf Campingplatz
Highlights - das lStädtchen Selfoss an der großen Hängebrücke über die Ölfusá 
97 km + 100 Hm bergauf / 1000 Hm bergab


Freitag: Zwölfter Tourentag nach Reykjavik, der nördlichsten Hauptstadt der Welt
Selfoss (10 m) > Eyrarbakki (0 m) > Reykjavik (0 m), Abendessen in Restaurant und Übernachtung im Zelt auf Campingplatz 
Highlights - der malerische Ort Eyrarbakki an der Südküste Islands und das Vikingerschiff-Denkmal im Zentrum von Reykjavik
71 km + 400 Hm bergauf / 400 Hm bergab


Samstag, 18. August 2018: Rückreise
Ab Campingplatz per Bike zum Reykjavik-Busterminal (3 km entfernt). Verpacken der Bikes, anschließend per Bus zum internationalen Flughafen Keflavik (50 km entfernt) und Rückflug mit Icelandair nach Deutschland

Unterwegs auf der Sprengisandur  

Iceland? 
Island – wo Eis und Feuer sich bekriegen, wo Ursprünglichkeit im Überfluss herrscht, man unterwegs ist im Angesicht der Elemente.
Island ist neben Spitzbergen und Grönland die lebendigste der drei Inseln im Eismeer. Es tost, es blubbert, es braust...... alles treibt, alles fließt, alles bröckelt, nichts hat Bestand an diesem wundersam trotzigen Ende der Welt.
Ziel dieses Bike-Trekkings ist die Traverse des Hochlandes auf einem eindrucksvollen Weg weit abseits der bekannten Pisten von Kjölur und Sprengisandur. Diese Route begleiten mitreißende Geschichten von Schönheit, Wildheit und Kraft, führt vom kreisrunden Tafelvulkan Herðubreið, Königin der Berge Islands, zur breiten Schneehaube der Hekla, dem Tor zur Hölle. Bei guten Verhältnissen können beide Gipfel bestiegen werden. Wir baden im Explosionskrater Viti am Rand der gewaltigen Caldera Askja. Erkämpfen uns auf der legendären Gæsavatnaleið sýðri durch schwarzen Lavasand und vom Vatnajoekull geflutetes Schwemmland den Kraterrand des Schildvulkans Urðarháls. Ziehen im Eishauch der Gletscher über die entlegenen Landschaften Vonarskard und Hagönguhraun von Hotpot zu Hotpot. Übernachten an malerischen, beinahe irrealen Orten im eigenen Zelt. Erwärmen gefriergetrocknete Expeditionsnahrung unter dem Himmelszell auf gas- oder benzinbetriebenen Kochern...Speisen Erdnussbutter zum Frühstück...Knabbern Energieriegel zum Kaffee...
Wer auf Island glatte Schotterstraßen sucht, ist am falschen Ort unterwegs. Liebhaber von Trails, deren Belag aus dem besteht, was die Natur hergibt, sind hier besser aufgehoben. Nur sind die Trails auf Island so breit, dass locker vier Biker nebeneinander fahren können.
Ärgster Widersacher neben dem unberechenbaren Wind ist das Wasser. Nicht von oben - das trocknet im natürlichen Gebläse ruckzuck -, sondern am Boden und kommt in der Gestalt eines Flusses am gefährlichsten von schmelzenden Gletschern. Das sedimenthaltige Nass ist eiskalt, ungenießbar, verbirgt seine Tiefe, sogenannten Quicksand und steinige Passagiere, reißt bisweilen alles mit, was es umschließt! Deshalb gilt bei erfahrenen Islandreisenden ein ungeschriebenes Gesetz: Die Gletscherflüsse Kaldakvísl, Sylgjá, Thjorsa, Tungnaá und viele andere furtet man nicht. Wenn keine Brücke vorhanden ist wie sooft in den stillen Winkeln Islands, bedeutet dies anspruchsvolle Umgehungen über das ewige Eis, tagelange Umwege oder eben das Aus des geplanten Vorhabens. Obwohl auch der IcelandCross von Serac Joe diese Regel beachtet, ist die Route sehr direkt, sucht entlegenste Landschaften auf und lässt die Highlights des Hochlandes nicht aus ... und mehr als 20 Mal Furten muss man auch.

Eine Quellwasserfurt auf der Störisandur

Serac Joe Iceland-Cross von 2010 und 2015
Bereits in der Saison 2015 hatten wir die Durchquerung Islands vom Tafelvulkan Herðubreið (Myvatn) übers Hochland zur Hekla (Reykjavik) geplant. Zuviel Schnee und ein Vulkanausbruch im Gebiet der Askja vereitelten unser Vorhaben. Viele Hochlandpisten waren noch im August gesperrt. Ihre Trassen waren aufgeweicht und die Fahrbahnen glichen unpassierbaren Morastwannen. Die Flüsse im Umkreis der Askja kochten von der Hitze der auslaufenden Lava. Wir haben uns deshalb spontan für eine andere Route quer übers Hochland entschieden und hatten Glück. Die Erlebnisse auf der Ingolfsskali mit dem Furten der Hofsjoekull-Gletscherflüsse wie etwa der Blanda, das steinige Band der Störisandur am Langjoekull und die Lavapisten in der Lambahraun bleiben unvergessen, Karte - Iceland Cross 2015.

Im August 2010 sind wir vom Mückensee zur Askja geradelt und haben das Hochland in nur vier Tagen auf der Gæsavatnaleið nord und der Sprengisandur überquert.