Dolomiten - um die Sextener Zinnen

 Auf der Pustertaler Grenzkammstraße zum Marchkinkele  (1. Etappe)

 

 


Samstag 01. September bis Freitag 07. September 2018


Dolomiten - ab/bis Toblach im Pustertal um die Sextener Zinnen und Türme


5 Tourentage mit insgesamt 255 Kilometern und 8 800 Höhenmetern


Die Anreise nach Toblach im Pustertal (Bahnhof) erfolgt privat oder gegen eine Fahrtkostenbeteiligung mit dem Serac Joe-Bus ab/bis München-Hohenbrunn.


Begleitfahrzeug mit Gepäcktransport


Übernachtungen in Gasthöfen und Hotels.


Serac Joe Level 2-3

Kondition          
Fahrtechnik          

 

 

 

Kondition - eine gute Grundausdauer ist erforderlich. Richtlinie: etwa 350 Hm in der Stunde auch über einen längeren Zeitraum hinweg
Fahrtechnik - eine sichere Fahrtechnik auf steinigen Wegen ist erforderlich: mittel


Leistungen Organisation, Buchung der Unterkünfte, Führung, Betreuung und Begleitfahrzeug mit Gepäcktransport.
Preis 495,00.- Euro

Die Kosten für die Übernachtungen und Verpflegung (Halbpension etwa 75.- Euro pro Tag) müssen gesondert getragen und vor Ort bezahlt werden. Die Gesamtkosten der Runde um die Sextener Zinnen (6 Übernachtungen, Halbpension, 5 Tourentage mit Begleitfahrzeug und Gepäcktransport) betragen etwa 1000,00.- Euro.

Gegen eine Fahrtkostenbeteiligung in Höhe von 20,00.- Euro besteht die Möglichkeit der An- und Rückreise ab/bis München-Hohenbrunn mit dem Serac Joe-Bus inklusive Radtransport. Bitte geben Sie bei der Buchung an, ob Sie mit dem Serac Joe-Bus mitfahren möchten.


GPS Selbstfahrer können die GPS-Tracks (gpx-Dateiformat) dieser Rundtour um die Sextener Dolomiten erwerben, Preis 50,00.- Euro.

 

Programm: Ab/bis Toblach im Pustertal um das Herz der bleichen Berge

Landkarte - Um die Sextener Dolomiten


Samstag: Anreise
privat oder mit dem Serac Joe-Bus ab München-Hohenbrunn (Abfahrt gegen 14.00 Uhr) nach Toblach im Pustertal (Treffpunkt gegen 18.00 Uhr), gemeinsames Abendessen mit Tourenbesprechung und Übernachtung in Hotel (Italien)


Sonntag: Erste Etappe auf dem Stoneman Trail-Dolomiti über den Pustertaler Grenzkamm
Toblach (1212 m) > Innicher-Eck (1911 m) > Silvesteralm > Strickberg (2520 m) > Marchkinkele > Innichen (1180 m) > Sexten (1300 m), Übernachtung in Gasthof (Italien)
Highlights - die Brotzeit auf der Silvesteralm, die alte Militärstraße zur Marchkinkele-Kaserne mit einer grenzenlosen Schau auf den Alpenhauptkamm und die Zinnen und Türme der Sextener Dolomiten und der Dynamite Trail bergab nach Winnebach  
50 km + 1600 Hm bergauf / 1500 Hm bergab
Um die Sextener - Höhenprofil Etappe 1 - keine längeren Schiebepassagen 


Montag: Zweite Etappe auf dem Stoneman Trail-Dolomiti über den Karnischen Grenzkamm zum Lago di Auronzo
Sexten (1300 m) > Helm (2433 m) > Sillianer Hütte (2455 m) > Hochgräntensee > Kniebergsattel (2329 m) > Dosoledo (1200 m) > Passo del Zovo (1476 m) > Lago di Auronzo (850 m), Übernachtung in Gasthof (Italien)
Highlights - die lupenreine Gipfelfahrt zum Helm gegenüber der himmelwärts rankenden Felskofeln von Einser, Neuner, Elfer und Zwölfer und der Stoneman Trail vom Hochgräntensee zum Knieberg
50 km + 1900 Hm bergauf / 2350 Hm bergab
Um die Sextener - Höhenprofil Etappe 2 - insgesamt etwa 30 Min. Schieben auf dem Stoneman Trail


Dienstag: Dritte Etappe am Misurinasee vorbei nach Cortina di Ampezzo
Auronzo (850 m) > Forcella Maraia (2101 m) > Misurinasee (1750 m) > Tre Croci (1805 m) > Cortina di Ampezzo (1200 m), Übernachtung in Hotel (Italien)
Highlights - die alte Militärstraße zur Forcella Maraia und der Misurinasee 
40 km + 1600 Hm bergauf / 1250 Hm bergab
Um die Sextener - Höhenprofil Etappe 3 - keine längeren Schiebepassagen


Mittwoch: Vierte Etappe auf dem langen Weg der Dolomiten zum Seekofel und über die Sennes-Alp ins Rautal
Cortina (1200 m) > Forcella Lerosa (1989 m) > Seekofelhütte (2458 m) > Senneshütte (2125 m) > Pederu > St. Vigil in Enneberg (1190 m), Übernachtung in Hotel (Italien)
Highlights - der lange Weg der Dolomiten auf der Bahntrasse der ehemaligen Dolomitenbahn und der Naturpark Fanes-Sennes-Seekofel
50 km + 1500 Hm bergauf / 1500 Hm bergab
Um die Sextener - Höhenprofil Etappe 4 - keine längeren Schiebepassagen


Donnerstag: Fünfte Etappe hinterm Kronplatz zum Pragser Wildsee und über die Plätzwiesen ins Höhlensteintal
St. Vigil in Enneberg (1190 m) > Kreuzjoch (2286 m) > Passo Foresta (2296 m) > Pragser Wildsee > Dürrensteinhütte > Strudelkopf (2307 m) > Drei Zinnen-Blick > Toblach (1212 m), Übernachtung in Hotel wie am Anreisetag (Italien)
Highlights - der Trail-Abschnitt zum Pragser Wildsee und die Gipfelfahrt zum Heimkehrerkreuz gegenüber den Nordwänden der Drei Zinnen
65 km + 2200 Hm bergauf / 2200 Hm bergab, kürzere Varianten mit 1200 oder 1900 Hm möglich
Um die Sextener - Höhenprofil Etappe 5 - keine längeren Schiebepassagen


Freitag: Rückreise
Heimreise privat oder mit dem Serac Joe-Bus nach München-Hohenbrunn (Ankunft gegen 12.00 UHR)

Auf dem Stoneman Trail-Dolomiti nach Innichen (1. Etappe)

Dolomiten - Ronda Grande
Unterwegs auf geschichtsträchtigen Wegen nahe der schroffen Kalkzinnen - auf breiten Schotterpisten über Hochalmen mit herrlichen Brotzeithütten, auf steinigen Pfaden mit tollen Panoramen. Jeder gerät beim Anblick der bleichen Berge ins Schwärmen, wird von ihrer Wucht und Größe gepackt.
Tag 1: Stoneman-Dolomiti
Nördlich von Innichen im Hochpusteral markieren in den Villgratner Bergen Strickberg und Marchkinkele die höchsten Punkte der ersten Prüfung. Es ist nicht die geniale Aussicht auf den felsigen Wirrsaal der Sextener Dolomiten während der Bergfahrt und bis hinüber zum Großvenediger von den über 2500 Meter hohen Warten, die den besonderen Reiz der Route ausmacht. Es ist nicht die in hervorragender Manier dem natürlichem Gelände abgerungene Straßenanlage, die alleine in Erinnerung bleibt. Es ist nicht der über der Silvesterkirche eine bedachte Spurwahl erfordernde, grobsteinige Belag, der nach jeder bewältigten Haarnadelkurve für einen Freudenrausch sorgt. Nein, erst das perfekte Zusammenspiel all dieser Elemente beschreibt das wirkliche Empfinden bei der Auffahrt zum auf Villgraterisch >> Marchginggele <<. >> Ginggele << ist die Verniedlichung von >> Gungge <<, auf Hochdeutsch >> kleiner Hügel <<. Auf gut Bairisch bedeutet der eigenartige Name Marchkinkele also >> kloaner Buckel überm Marchental <<. Die verfallenen Kasernen stammen nicht aus dem Ersten Weltkrieg, sondern aus der Ära Mussolinis. Im Gebirgskrieg gab es hier noch keine Grenze, wurden die Mauern der Stellungen noch nicht verputzt. Die weiterführende Trasse der Pustertaler Grenzkammstraße endet am Hochrast. Ein viel Fahrspaß bereitender Wiesentrail führt auf Südtiroler Boden durch viele Serpentinen hinab nach Winnebach.  
Tag 2: Stoneman-Dolomiti
Mit der abwechslungsreichen Auffahrt ab Sexten über die Lärchen- und Hahnspielhütte ersparen wir uns die Qual der supersteilen Piste von Sillian hinauf zur Sillianer Hütte. Zudem können wir noch den lohnenden Abstecher zur alten Zollhütte auf dem Gipfel des Helms mitnehmen. Dem sich am Karnischen Hauptkamm von der Sillianer Hütte über das Hochgräntenjoch zum Kniebergsattel anschließenden Wegabschnitt hat Roland Stauder (der Wegbereiter des Stoneman-Trails)  den Namen >> Demut-Passage << gegeben. Er stammt von einer Bergspitze darüber und hat seine Berechtigung. Der alte Militärpfad zeigt sich fahrtechnisch nicht wirklich als extrem. Doch wechseln ständig steilste Auf- und Abfahrtsstücke mit schmalen Rollstegen in steilen Schrofen. Lange, flache Pfadanstiege zwischen kargen Matten mit steinigen Metern zwischen Felsstufen. Nur Ausnahmeathleten können am Balkon gegenüber von Einser, Neuner, Elfer und Zwölfer – den Spitzen und Kofeln der Sextener Dolomiten - fast alles fahren. Normale Tourenbiker sollten für die Demut-Passage eine Schiebezeit von insgesamt etwa 30 Minuten einplanen. Die schier endlose Fahrt auf einem fahrtechnisch nicht sonderlich schweren Dynamite Trail den Spina-Rücken abwärts ins Cadore erfreut alle.
Tag 3: Nach Cortina
Eine abschnittsweise recht ruppige, doch vollständig fahrbare Militärstraße überwindet im entlegenen und einsamen Val d’Onge mit Hilfe von fast 40 Kehren die 900 Höhenmeter zur Rifugio Citta di Capri an der Forcella Maraia. Man kann sich nicht satt sehen an den imposanten Cadini-Pfeilern, die nahe dem Schutzhaus des Italienischen Alpenvereins emporragen. Die beinahe unwegsame Marmarole-Gruppe und das Sorapiss-Hufeisen versteinern den Horizont. Während der Abfahrt auf einem facettenreichen Jeepweg prallt der Blick förmlich gegen den Cristallo-Stock. Erst das Getränk am malerischen Misurinasee lässt die Augen zur Ruhe kommen.
Tag 4: Nach St. Vigil in Enneberg 
Die bekanntesten Dolomitengipfel stehen an anderen Orten. Nirgendwo aber ist das Zusammenspiel der verschiedensten Felsformationen mit den Nadelwäldern, Wiesen und Latschen so dramatisch, aufregend und zugleich anmutend wie im Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Eingegrenzt durch das Pustertal im Norden, im Westen vom Gadertal und im Osten vom Höhlensteintal schließt das Schutzgebiet im Süden an der Hohen Gaisl 3146 Meter hoch zu den Ampezzaner Dolomiten hin. Auch wenn Heiligkreuz- und Seekofel kaum geläufige Namen tragen, wollen viele das alpine Disneyland sehen, das von zahlreichen alten Militärstraßen und Dynamite Trails erschlossen ist. Eine gut 2000 Meter hoch gelegene, riesige Karstfläche mit grünen Inseln aus Matten, von den Pragser Dolomiten mit dem einem gewaltigen Elefantenrücken gleichenden Seekofel vor rauen Winden aus Norden geschützt, nach Süden dagegen weit offen und sonnig – das ist Sennes. Eine tollkühn angelegte Dynamite-Trasse windet sich vom alten Hüttendorf eine Rinne zwischen Felswänden hinab nach Pederu. Die steilsten Abschnitte der gesamten Tour sind betoniert. Glühende Bremsscheiben und erhitzte Gemüter kühlen beim Zurückrollen durch das Rautal nach St. Vigil.
Tag 5: Zurück nach Toblach 
Bei den Aufzählungen der Mountain Bike-Summits wird der Strudelkopf am Dürrenstein im Naturpark Fenes-Sennes-Prags immer vergessen. Dabei ist wirklich jeder Meter bis zum Heimkehrerkreuz auf dem 2307 Meter hohen Gipfel fahrbar. Sicher ist die Bergfahrt von der Dürrensteinhütte auf einer abschnittsweise sehr steilen und auch steinigen Militärstraße, ab dem Sattel auf einem Karrenweg nicht geschenkt. Doch der Kampf um die Höhenmeter bleibt immer fair. Mit ausreichend wenig Luft in den Reifen und einer vorausschauenden Fahrweise kommt da wirklich jeder anständige Tourenbiker ohne mit den Füßen den Boden berührt zu haben hoch und kann mit der Hand das Kreuz abklatschen. Der Preis für die Mühen steht im Spalier außen herum. Wie um einen Präsentierteller ranken sich die Zinnen und Türme, Kuppen und Spitzen der Sextener Dolomiten, allen voran die Drei Zinnen mit ihren Nordwänden, der Paternkofel und der Monte Piano. Cadini, Cristallo, Marmolata, Tofanen, Hohe Gaisl und Seekofel schließen den Rundumblick. Auch der Blick hinab, vom Heimkehrerkreuz, das Pustertaler Frontkämpfer zum Gedenken an die gefallenen Kameraden des Gebirgskrieges aufgestellt haben, ins Höhlensteintal mit der Dolomitenstraße bleibt in Erinnerung. Die Gipfelfahrt bildet das Sahnehäubchen der Umrundung des Dürrensteins auf durchweg besten Fahrbahnen in grandioser Bergwelt.

Über den Plätzwiesen auf dem Dynamite Trail zum Heimkehrerkreuz auf dem Strudelkopf (5. Etappe)