gta - vom Genfer See zum Mittelmeer

Auf dem Balconata-Trail nach Courmayeur am Mont Blanc (1. Etappe)

 

 


Juli 2017


gta - Grande Traversata delle Alpi, der große Westalpencross vom Dach (Mont Blanc) zum Nullpunkt der Alpen (Riviera)


12 Tourentage mit insgesamt 721 bis 785 Kilometern und 21 500 bis 27 400 Höhenmetern, je nach Level


an vielen Tourentagen steht eine einfachere Strecke zur Wahl 


Begleitfahrzeug mit Gepäcktransport


Übernachtungen in einfachen Gasthöfen (Posto Tappas) und Hotels


Serac Joe Level 3 bis 4

Kondition          
Fahrtechnik          

 

 

 

Kondition - eine sehr gute Grundausdauer ist erforderlich. Richtlinie: etwa 450 Hm in der Stunde auch über einen längeren Zeitraum hinweg
Fahrtechnik - eine sichere Fahrtechnik auf steinigen Wegen ist erforderlich: mittel bis schwer


Leistungen Organisation, Buchung der Unterkünfte, Führung und Betreuung, Begleitfahrzeug mit Gepäcktransport und Rück-Transfer von Riva Ligure zum Startpunkt der Tour in Martigny

Die Kosten für die Übernachtungen und Verpflegung (Halbpension etwa 70.- Euro pro Tag) müssen gesondert getragen und vor Ort bezahlt werden.

Gegen eine Fahrtkostenbeteiligung besteht die Möglichkeit der An- und Rückreise von/bis München und Bregenz mit dem Serac Joe-Bus. Bitte geben Sie bei der Buchung an, ob Sie mit dem Serac Joe-Bus mitfahren möchten.


GPS Selbstfahrer können den GPS-Track (gpx-Dateiformat) unserer gta vom Genfer See zum Mittelmeer erwerben, Preis 100.- Euro für beide Levels. 


 

Programm: Von Martigny (Schweiz) nach Riva Ligure (Italien)

Landkarte gta


Sonntag: Anreise
privat oder mit dem Serac Joe-Bus ab München-Hohenbrunn (Abfahrt gegen 9.00 Uhr) über Bregenz nach Martigny am Rhoneknie (Bahnhof, kostenlose Pkw-Abstellmöglichkeit, Treffpunkt gegen 17.00 Uhr), Übernachtung in Hotel (Schweiz)


Montag: Erste Etappe nach Courmayeur am Mont Blanc - aus dem Wallis zum Dach der Alpen
Martigny (499 m) > Grand Col Ferret (2537 m) > Courmayeur (1224 m), Übernachtung in Hotel (Italien)
Highlights - alte Schmugglerpfade im Antlitz des Weißen Monarchen, Brotzeit Rifugio Elena, die schönste Etappe der Tour du Montblanc
Level low: 60 km + 2050 Hm bergauf / 1300 Hm bergab
Level high: 68 km + 2950 Hm bergauf / 2200 Hm bergab (mit Lac de Champex und Balconata-Trail)
gta-Höhenprofile Etappe 1 - keine längeren Schiebepassagen


Dienstag: Zweite Etappe nach Bourg St. Maurice im Isere-Tal - großes Mont Blanc-Kino
Courmayeur (1224 m) > Col de la Seigne (2514 m) > Bourg St. Maurice (813 m), Übernachtung in Hotel (Frankreich)
Highlights - alte Militärstraßen durch bezaubernde Kerbtäler unter der Brenvaflanke, Brotzeit Rifugio Elisabetta Soldini, Downhill am Gletscherbach zum Gletscherdorf
Level low: 40 km + 1250 Hm bergauf / 1650 Hm bergab
Level high: 61 km + 2050 Hm bergauf / 2450 Hm bergab (mit Col de Chavannes)
gta-Höhenprofile Etappe 2 - etwa 30 Min. Schieben bergauf


Mittwoch: Dritte Etappe ins Arc-Tal - im Vanoise-Nationalpark über den höchsten Straßenpass der Alpen
Bourg St. Maurice (813 m) > Col d l’Iseran (2764 m) > Bonneval-sur-Arc (1785 m), Übernachtung in Hotel (Frankreich)
Highlights - die Eisdome im wildromantischen Vanoise-Nationalpark, BikePark über Val d'Isere, die Straßenanlage über den Col d l'Iseran
Level low: 64 km + 2250 Hm bergauf / 1300 Hm bergab
Level high: 68 km + 2600 Hm bergauf / 1650 Hm bergab (mit GR 5)
gta-Höhenprofile Etappe 3 - keine längeren Schiebepassagen


Donnerstag: Vierte Etappe über den Montcenis ins Susa-Tal - auch Hannibal war hier!
Bonneval-sur Arc (1785 m) > Col de Sollieres (2639 m) > Lac du Montcenis (2110 m) > Susa (499 m), Übernachtung in Hotel (Italien)
Highlights - die Dynamite Trails im Murmeltierland am Mont Cenis, Brotzeit Refuge Petit Mont Cenis, Römerpflaster, die lebendige Stadt Susa
Level low: 80 km + 1600 Hm bergauf / 2900 Hm bergab
Level high: 71 km + 1750 Hm bergauf / 3050 Hm bergab (mit Col Clapier)
gta-Höhenprofile Etappe 4 - keine längeren Schiebepassagen


Freitag: Fünfte Etappe über den Assietta-Kamm ins Chisone-Tal - schöner kann das Piemont nicht sein, tutti a bici!
Susa (499 m) > Colle di Fenestrelle (2176 m) > Perosa Argentina (680 m), Übernachtung in Hotel (Italien)
Highlights - die Giro-Route zum Fenestrelle, der Gran Serin-Dynamite Trail, die Assietta-Kammstraße mit der Schau auf die Eisriesen der Dauphine, der Weiler Usseaux
Level low: 51 km + 1600 Hm bergauf / 1400 Hm bergab
Level high: 70 km + 3000 Hm bergauf / 2800 Hm bergab (mit der Kanonenstraße über die Cima Ciantiplagna – 2785 m)
gta-Höhenprofile Etappe 5 - keine Schiebepassagen


Samstag: Sechste Etappe ins Pellice-Tal - warum in diesen Winkel? Weil er da ist!
Perosa Argentina (680 m) > Villanova (1240 m), Übernachtung in Posto Tappa (Italien)
Highlights - alte Kanonenstraßen im abgelegenen Bergland des wilden Piemonts 
Level low: 64 km + 2400 Hm bergauf / 1850 Hm bergab
Level high: 44 km + 2400 Hm bergauf / 1850 Hm bergab (mit den Dreizehn Seen und eine Kanone der legendären Baureihe 149 am Passo Calancia - 2683 m)
gta-Höhenprofile Etappe 6 - keine Schiebepassagen (Level low)


Sonntag: Siebte Etappe im Banne des Cottischen Kaisers ins Varaita-Tal - auch im Hochsommer oft Schnee!
Villanova (1240 m) > Colle della Croce (2298 m) > Belvedere du Viso (2133 m) > Passo Vallanta (2811 m) > Sampeyre (971 m), Übernachtung in Hotel (Italien)
Highlights - Brotzeit Rifugio Jervis unterm Cottischen Kaiser, die alte Saumroute in den Naturpark Queyras, das Losetta-Schlupfloch im Monviso-Urgestein mit dem Soustra-Trail
Level low: 82 km + 2600 Hm bergauf / 2850 Hm bergab (über den Straßenpass Colle dell’Agnello - 2744 m)
Level high: 60 km + 2250 Hm bergauf / 2500 Hm bergab
gta-Höhenprofile Etappe 7 - etwa 45 Min. Schieben bergauf (Level low) 


Montag: Achte Etappe non der Varaita zur Maira - kommt bald wieder!
Sampeyre (971 m) > Colle Sampeyre (2284 m) > Ponte Maira (944 m) > Vernetti (1223 m), Übernachtung in Posto Tappa (Italien)
Highlights - die Monviso-Schau, der entlegene Weiler Laurenti mit dem Kreuzweg in die Elva-Schlucht, der Posto Tappa Trattoria Ceaglio
Level low + high: 40 km + 1900 Hm bergauf / 1650 Hm bergab
gta-Höhenprofile Etappe 8 - keine Schiebepassagen


Dienstag: Neunte Etappe von der Maira am Saum der Cuneo-Dolomiten zur Stura - sempre avanti!
Vernetti (1223 m) > Colle di Fauniera (2480 m) > Passo di Rocca Branchia (2620 m) > Sambuco (1135 m), Übernachtung in Posto Tappa (Italien)
Highlights - die Piemont-Bilderbuchlandschaft mit einer lebensgroßen Pantani-Statue, der knirschende, weiße Sand der Maira-Stura-Kammstraße, Brotzeit Rifugio Gardetta, der uralte Maultierweg zur Osteria della Pace in Sambuco - einfach legendär
Level low: 51 km + 1850 Hm bergauf / 1950 Hm bergab
Level high: 40 km + 2100 Hm bergauf / 2200 Hm bergab (mit dem Lou Viol d’es Fiour - Blumenweg)
gta-Höhenprofile Etappe 9 - keine längeren Schiebepassagen


Mittwoch: Zehnte Etappe aus dem Stura-Tal in die Seealpen - der Weg ist steinig und schwer!
Sambuco (1135 m) > Colle della Lombarda (2351 m) > Isola 2000 (Frankreich) > Bassa di Druos (2628 m) > Borgo S. Dalmazzo (650 m), Übernachtung in Hotel (Italien)
Highlights - der alte Alpini-Schleichweg durch eine splittrige Kerbe mit dem legendären Kanonenpflaster an den Laghi Valscura vorbei zu König Vittorio Emanuelle’s Jagdschloss im Herzen des Argentera-Naturparks
Level low: 39 km + 400 Hm bergauf / 900 Hm bergab (Radweg auf einer alten Salzstraße)
Level high: 79 km + 2200 Hm bergauf / 2700 Hm bergab
gta-Höhenprofile Etappe 10 - etwa 45 Min. Schieben bergauf (Level high)


Donnerstag: Elfte Etappe über den Ligurischen Grenzkamm - am Gewitterberg
Borgo S. Dalamazzo (650 m) > Passo del Duca (1989 m) > Ligurischen Grenzkammstraße > Colla di San Bernardo di Mendatica (1263 m), Übernachtung in Hotel (Italien)
Highlights - die Alpiniwege in das gewaltige Karstbecken Conca delle Carsene unter der wilden Bergspitze der Punta Marguareis – höchster Berg der Ligurischen Alpen, Brotzeit Rifugio Barbera, die Ligurische Grenzkammstraße mit il Redentore auf dem Monte Saccarello
Level low: 77 km + 2200 Hm bergauf / 1900 Hm bergab (Über den Passo di Tenda)
Level high: 89 km + 2700 Hm bergauf / 2100 Hm bergab (Über den Passo del Duca und Monte Saccarello)
gta-Höhenprofile Etappe 11 - etwa 20 Min. Schieben bergauf (Level high)


Freitag: Zwölfte Etappe über die Monti Pietravecchia und Toraggio zur Riviera - wo die Alpen enden
Colla di San Bernardo (1263 m) > Passo Valletta (1918 m) > Dolceacqua (51 m) > Riva Ligure (0 m), Übernachtung in Hotel (Italien)
Highlights - die Alta Via Monti Liguri am schroffen Felskamm ständig das Mittelmeer im Visier, das Bad in den blauen Wogen der Ligurischen Riviera
Level low: 61 km + 1400 Hm bergauf / 2600 Hm bergab (ohne Via Aurelia)
Level high: 95 km + 1500 Hm bergauf / 2750 Hm bergab
gta-Höhenprofile Etappe 12 - etwa 15 Min. Schieben bergauf 


Samstag: Rückreise
Transfer von Riva Ligure nach Martigny (Ankunft gegen 12.00 Uhr), weitere Heimreise privat oder mit dem Serac Joe-Bus über Bregenz nach München (Ankunft gegen 19.00 Uhr) 

Auf dem Dynamite-Trail zum Passo di Rocca Branchia vom Mairatal ins Sturatal (9. Etappe)  

Westalpen? 
Wer die Ostalpen bereits mehrmals auf verschiedenen Routen überquert hat, sucht neue Herausforderungen. Bergradler, denen es in den Ostalpen zu laut, zu voll geworden ist, finden am westlichen Alpenhauptkamm noch einsame Routen. Oder einfach nur neugierig? Mal etwas anderes sehen und erleben? Sehr hohe Berge, tiefverwurzelte Traditionen und den Kontrast von Land und Leute auf dem langen Weg vom Genfer See zum Meer. Diese Westalpencross ist der Marathon aller Alpenüberquerungen von Nord nach Süd. Nimmt man eine Transalp der mittleren Schwierigkeitsskala über die Ostalpen, so addieren sich die Fahrleistungen am Ziel auf etwa 10 000 Höhenmeter und knapp 400 Kilometer. Während der Hauptkamm der Ostalpen durchgehend von Ost nach West verläuft, machen die Westalpen am Rhoneknie eine 90-Grad-Kurve und enden im Süden am Mittelmeer, dem Nullpunkt der Alpen. Diese geographische Eigenart bekommen Westalpencrosser natürlich zu spüren. Denn ihre Route gen Süden folgt ständig dem Kamm der höchsten Berge. Daraus resultiert ein erheblich längeres Streckenprofil, summieren sich die Fahrleistungen einer Transalp auf rund 25 000 Höhenmeter und 800 Kilometer und entsprechen damit zwei Transalps in den Ostalpen. Der lange Weg führt jedoch nicht nur durch grandiose Gebirgslandschaften mit verschiedenen Kulturen, sondern auch zu der Erkenntnis, dass Abenteuer auch im zivilisierten Europa noch möglich sind. Ganz weit draußen bestimmt das Ziel und die Natur den Weg dieser hochalpinen Tour de France. 25 Jahre lang hat Serac Joe an der Route gearbeitet: neue Wege entdeckt, alte Trassen wieder gefunden, vieles versucht und so manchen Streckenabschnitt verworfen. Ich bin den Menschen und ihren Bergen in diesem Alpenabschnitt näher gekommen. Entstanden ist "der Weg - die mulattiera - die gta". Geschichtsträchtige Trassen machen die Südtäler am Mont Blanc-Massiv für Mountainbiker wegsam, verknüpfen die Pässe unmittelbar am Abhang des Daches der Alpen zu einer spektakulären Route vom Rhoneknie aus dem Wallis nach Bourg St. Maurice im Tal der Isere. Da im angrenzenden Vanoise-Nationalpark Bergradeln strikt verboten ist, muss der Col d l’Iseran, höchster Straßenpass der Alpen gemeistert werden. In der Urlaubszeit fahren da mehr Radler als Autos hoch. Auf der Südseite säumt das schmale Asphaltband eine fast unberührte, bezaubernde Hochgebirgslandschaft ins Tal der Arc. Murmeltiere und Adler wachen heute über den bei uns fast gänzlich unbekannten Montcenis. Alte Militärwege erschließen für Mountainbiker ein Revier mit attraktiven Routen aller Schwierigkeitsgrade, die zu den schönsten im gesamten Alpenbogen gehören. Südlich der alten Römerstadt Susa greifen die Ausläufer langgestreckter Bergkämme wie die Fangarme eines riesigen Tintenfisches nach dem Boden des Piemont, dem Land am Fuß der Berge, um sich dann zur höchsten Erhebung des südlichen Alpenraumes aufzubäumen - dem Monviso. 3859 Meter hoch. Dazwischen Schluchten und Gräben, in denen reißende Bäche und Flüsse das Bergland entwässern. Dreieinhalb Kilometer Luftlinie darüber ragt das feine, blaue Horn des Cottischen Kaisers aus dem Dunst der Poebene. Dora Riparia, Chisone, Pellice, Varaita, Maira und Stura di Demonte - auf dem Weg zum Meer passiert die gta jeden Tag einen Tintenfischarm. Die Reifen knirschen auf dem über 100 Jahre alten Belag der Militärstraßen der Alpinis, die aussichtsreich über die Kämme verlaufen, die aus den tiefen Tälern heraus die felsigen Gipfelhöhen erschließen. Das weiße Urgesteinsband der Maira/Stura-Kammstraße gehört zu den attraktivsten Höhenrouten der Bergradler in den Westalpen, die Abfahrt auf der uralten gta-Mulatierra vom Felsdurchschlupf des Passo di Rocca Brancia durch zig Haarnadelkurven hinab ins Tal der Stura di Demonte lässt die Augen der Mountainbiker immer wieder aufleuchten. Eine letzte Barriere stellt sich in den Weg - die Seealpen. Oben eine kalte und tote, doch irgendwie reizvollen Felsenwelt mit Seen inmitten splittriger Trümmerkare, unten blumenreiche Gärten, die von einer traditionsbewussten und streng gläubigen Bauernschaft geschützt werden. Die Königsetappe der gta mit der Überquerung der Seealpen auf versteckten Alpiniwegen und der steinigen Trasse der Ligurischen Grenzkammstraße fordert von den Teilnehmern viel Kraft und Durchhaltevermögen ein. Doch schon der karthagische Feldherr Hannibal wusste vor seiner bis heute bewunderten Westalpenüberquerung mit 30 000 Soldaten, mit 6000 Pferden und 37 Elefanten zu berichten: "Die Alpen sind ein hohes Gebirge, aber nirgends ragen die Berge in den Himmel ...".
Übernachtet wird in gemütlichen Posto Tappas oder ausgewählten Hotels, die die Traditionen der Täler des Piemonts und Liguriens auch heute pflegen. Das Gepäck transportiert der Serac Joe-Bus zu jeder Unterkunft. Bei Bedarf können auch einzelne Tagesetappen im Bus mitgefahren werden.

gta - Grande Traversata delle Alpi
"La Grande Traversata delle Alpi", kurz gta - drei Buchstaben, schwungvoll auf einen Felsen gepinselt, markieren eine Weitwanderroute über die Westalpen vom Monte Rosa zum Mittelmeer. Die "Große Traverse" folgt historisch gewachsenen Weganlagen. Keiner der Pfade ist neu angelegt - unter den Reifen knirscht der Steinbelag uralter, bäuerlicher Maultierpfade. Ein Geflecht halb vergessener Militärsteige und Römerstraßen wird wiederbelebt. Breite, von Mussolinis Kriegsbaumeistern errichtete Naturpisten wechseln mit schmalen Hochgebirgstrassen. Alle Wege machen Geschichte spürbar. Das um 1980 ins Leben gerufene Projekt der gta soll mit sanftem Tourismus etwas Geld in die hintersten Winkel des Piemonts bringen - will nicht zum Wandel einen Beitrag leisten, sondern zum Erhalt einer uralten bäuerlichen Kulturlandschaft, die von der Landflucht bedroht wird.
Zum Sterben zu viel - zum Leben zu wenig
Unverändert seit Menschengedenken stehen noch manche hochgelegenen Dörfer und Weiler. Ihre wenigen Bewohner bestellen den Boden mit Händen. Für sie hält die Natur keinen Trost bereit. Berge weisen jede menschliche Regung zurück. Wird das Land nicht mehr gepflegt, nimmt die Erosion auch die letzte Lebensgrundlage. Nicht alle der 65 Tagesetappen des rund 1000 Kilometer langen Weitwanderweges der gta über den gesamten piemontesischen Westalpenbogen eignen sich auch für Mountainbiker. Einige Abschnitte sind einfach zu steil, andere zu verblockt oder zugewachsen. Besonders in den schwarzen Tälern auf der Südseite des Monte Rosa-Massivs gewinnt man auf dem Rad kaum mehr an Boden als zu Fuß. Deshalb empfiehlt sich ein Start der Großen Traverse auf der Nordseite des Mont Blanc. Eine alte Schmugglerroute präsentiert dem Bergradler eine würdige Fahrbahn auf die Südseite des Dachs der Alpen. Über den Col de I’Iseran, höchster Straßenpass der Alpen, geht es durch den Vanoise-Nationalpark zum Mont Cenis. Alte Armierungstrassen führen schließlich ins Piemont. Im "Land am Fuß der Berge", in Susa trifft man dann erstmals auf einen Wegweiser mit den markanten drei Buchstaben. Keiner sollte nun blindlings den Markierungen folgen. Oftmals gelingt der Anstieg auf einer parallel verlaufenden Straße wesentlich besser. Auch gibt es heute zahlreiche gta-Varianten. Der Weitwanderweg gibt lediglich die grobe Richtung vor – von Tal zu Tal, immer nur vorwärts, immer nach Süden! Auf weiten Strecken aber walken die Reifen über die historischen Trassen der gta. Über einsame Kämme und durch entlegene Dörfer zu den Etappenunterkünften, Posto Tappa genannt. Dort gibt es immer ein mehrgängiges Abendessen. Das Piemont ist weit über die Grenzen hinaus für seine schmackhafte und ideenreiche Küche bekannt. Ein Fußgänger benötigt für die gta den gesamten Urlaub zweier Arbeitsjahre. Ein erfahrener Tourenbiker braucht für die Große Traverse keine zwei Wochen.
Nur was man weiß, sieht man auch
Die gta möchte Lust wecken auf eigene Begegnungen, will nicht zuletzt auch forschendes Fragen fördern. Der Reiz einer Straße, des Wegs, eines Maultierpfades oder Militärsteiges erschließt sich nur dann, wenn er Tag für Tag mit neuen Augen gesucht und gefunden wird.